Kapitel
Kapitel
Ich hoffe dass euch dieses neue Kapitel gefällt. Im Augenblick tut sich zwar nicht sonderlich viel in der Story, aber es dauert leider noch ein kleines bisschen bis sie richtig in Schwung kommt. Seit mir deswegen bitte nicht böse, ich versuche wirklich mein Bestes.
9.
Bruce stieg gerade aus dem Batmobil und trat in den Aufzug der ihn von der versteckten Tiefgarage der Hall of Justice in die Eintrittshalle führte. Er dachte immer noch über den Fall in dem Diner nach. Bisher hatte er nicht wenig mehr versuchen können, als der Spur des entwendeten Lastwagens nach zu gehen. Unglücklicherweise war er damit bisher genauso erfolgreich gewesen wie die Polizei. Sie hatten keinen einzigen Hinweis auf das Fahrzeug erhalten, aber das konnte sich ja noch ändern. Er hatte die Fotos die am Tatort gemacht worden waren schon mindestens dreißig Mal studiert und konnte sich noch keinen Reim machen, auf das was er vor sich hatte. Vor allem das einige der Opfer keine wirklichen, lebensgefährlichen Verletzungen zeigten war besorgniserregend. Bereits am Morgen hatte er die Nachricht von Dinah bekommen, das sich ihr Gefangener kooperativ und zur Zusammenarbeit willig gezeigt hatte. Insofern schuldete er der Justice League noch einen Besuch und hatte sich schon früh am Morgen auf den Weg gemacht.
In der Haupthalle begrüßte ihn Flash. „Was habt ihr für mich?“, fragte er kurz angebunden und Barry meinte: „Riesenkerl. Sieht aus wie ein Wikinger und meint er wäre der Gott Thor. Schleppt nen riesigen Hammer mit sich rum und hat Arthur gestern fast den Arm gebrochen.“ Batman verzog die Augen: „Hat er euch doch attackiert?“ Flash hob nur die Hände und beeilte sich zu erklären: „Iwo. Er wollte nur sehen, wie stark dieser Thor wirklich ist. Armdrücken eben. Und er hat recht offensichtlich verloren. Ist wohl auch einer der Gründe warum sie ihn in eine von den sichereren Zellen gesteckt haben.“ Bruce ließ sich nichts anmerken, aber wenn jemand Aquaman im Armdrücken so locker flockig besiegen konnte, wie Flash es gerade dargestellt hatte, hatte man mehr als nur einen guten Grund in eine extra verstärkte Zelle zu stecken. „Führ mich zu ihm. Und wer von der League ist gerade noch hier?“, fragte er und Barry antwortete: „Tja im Augenblick sind nur Atom, Cyborg, Manhunter und Shazam da. Dinah meinte wir bräuchten noch jemanden wie J’onn hier um im Ernstfall mit Thor klar zu kommen.“ Sie machten einige Schritte in Richtung der großen Besprechungshalle. Man kam nur von dort zu den Zellen der wenigen Gefangenen, die die League ab und an in der Hall beheimatete. „Du scheinst ihn zu mögen.“, bemerkte Bruce als der Aufzug mit den beiden nach unten in den Sicherheitsbereich fuhr.
Barry zuckte nur mit den Schultern und sagte darauf: „Tja er scheint mit eigentlich ein ganz entspannter Typ zu sein. Klar er ist ja nicht zum Spaß hier, aber ich meine er fühlt sich auch ein bisschen allein, so ganz ohne die ihn vertrauten Gesichter. Hab gestern Nacht eben noch ein Weilchen mit ihm gequatscht. Der ist in Ordnung.“ Bruce wollte sich zwar erst einmal ein eigenes Bild von ihrem Gefangenen machen, aber das was Flash ihm da erzählte, erklärte ebenfalls das ein oder andere. Barry mochte ein wenig grün hinter den Ohren sein und nicht alles ganz so ernst nehmen, wie die Mehrheit der Mitglieder in der Justice League, aber er hatte wie man so schön sagte das Herz am rechten Fleck. Daher sagte es schon etwas über eine Person aus, wenn sie mit Barry so gut auf eine Wellenlänge kam. Als die Beiden in den Zellentrakt traten, stand J’onn vor der Tür des Gefangenen und drehte sich zu den Neuankömmlingen. „Batman, Flash. Der Gefangene der sich Thor nennt hat mir keine Schwierigkeiten bereitet. Er macht dennoch seine Anwesenheit auf primitive Art und Weise bemerkbar.“ Flash legte den Kopf schief: „Inwiefern?“ Manhunters Blick schweifte zu der Zellentür. „Er singt. Und das nicht gerade leise. Aber gestern um Mitternacht hat er damit aufgehört und sich dann schlafen gelegt. Ich bin mir nicht sicher ob ein Gott Schlaf benötigt, aber er hat geschnarcht und ist nach ungefähr dreieinhalb Stunden wieder aufgewacht. Dann hat er wohl aus Langeweile heraus seinen Hammer umhergeschwenkt und irgendeine Melodie auf seinem Helm getippt.“ Bruce nickte und Manhunter öffnete die Zellentür.
Thor erblickte zu seiner Freude Flash und mit ein wenig Argwohn Batman. Er hatte ihn natürlich noch nie gesehen und musterte ihn erstmal. Seine dunkle Erscheinung stand in starkem Kontrast zu der Figur die Flash abgab und seine Gestalt sagte in seinen Augen nicht besonders viel aus, aber er wollte erst einmal keinen Grund zur Verstimmung liefern und raffte sich von der kleinen Pritsche die Teil der Zelle war auf. „Guten Morgen Männer. Sehe ich das richtig, du hast mir einen deiner Freunde mitgebracht Flash. Handelt es sich um einen weiteren tapferen Recken der Justice League?“ Bevor Barry antworten konnte, stellte sich Batman schon selbst vor. „Mein Name ist Batman und ich bin Teil der Justice League. Ich bin hier um dir einige Fragen zu stellen Thor und ich erwarte von dir das du sie ehrlich beantwortest.“ Thor nickte langsam. Es war keine Herausforderung für ihn zu spüren, das sein neues Gegenüber, nicht dazu aufgelegt war irgendwelche Scherze mit ihm zu treiben. Natürlich wollte er immer noch keine Probleme machen. Und da man ihm dafür bisher auch noch keine Gründe geliefert hatte, erwiderte er: „Nun das habe ich vor. Aber ich muss doch bitten mich vorher darüber in Kenntnis zu setzten, sollte man mich irgendwelcher Tests unterziehen wollen.“ Bruce hatte sich schon halb umgedreht als er antwortete: „Das sollte sich einrichten lassen. Nun folge mir.“ Thor tat wie geheißen.
Sie mussten nicht lange gehen, bis Flash wusste wo es hin gehen würde. „Du willst es wirklich wissen Batman. Wie stark er genau ist?“ Bruce wusste genau so gut wie Barry, das man nicht einfach leichtfertig von sich behauptete der Gott Thor zu sein und gleich darauf in aller Seelenruhe in das Hauptquartier der Justice League trat. Entweder war dieser Thor ein ungemein guter Poser, oder er hatte tatsächlich einiges auf dem Kasten. Und wenn dem so war, dann wusste Batman lieber in zehn Minuten als in zehn Stunden wie viel und was genau. „Der Powerscale wird genau zeigen können, wie viel Kraft Thor wirklich besitzt. Physisch gesehen zumindest. Was er mit dem Hammer anzurichten mag, werden wir noch früh und schnell genug heraus bekommen. Jetzt heißt es erst einmal Daten sammeln und abwarten, was diese Daten uns dann sagen.“ Flash sah ein wenig entschuldigend über seine Schulter. Thor schaute aber auf den Hinterkopf Batmans und lauschte dem was er sagte. „Powerscale hm? Ist das eine menschliche Kreation?“, fragte Thor und diesmal erklärte es J’onn: „Es ist ein bewährtes Stück Maschinerie, das sich darin auszeichnet, auf einfache und unkomplizierte Art und Weise feststellen zu können, was und wie viel an Gewicht eine Person fähig ist zu stemmen. Eine simple und effektive Methode.“ Thor verstand sofort und begann Augenblicklich an einige Auseinandersetzungen mit dem Hulk zu denken. Er wollte sich schon mal in die richtige geistige Position versetzen um in diesem Test glänzen zu können.
Der Raum war nicht besonders kompliziert. Die Maschine genauso wenig. Man stellte sich einfach auf eine Art Podest und über den Köpfen der Getesteten Personen befanden sich zwei Flächen, die das Gewicht simulierten. Man nahm hinter einer Scheibe Platz und konnte von dort aus mit einem Kontrollpanel die Gewichtseinstellungen regeln. Thor stellte sich nach einer kurzen Erklärung in die Fläche und platzierte seine Hände. „Nun gut, wir fangen mit etwas an was auch Aquaman relativ leicht fällt. So können wir sicherstellen, dass wir dich nicht in den ersten paar Sekunden gleich überanstrengen. Ich würde dich bitten uns klar zu machen, wenn du zu noch mehr Gewicht in der Lage bist, damit wir dich nicht unnötig lange belasten und du uns am Ende ein verfälschtes Ergebnis lieferst, weil wir dich schon zu sehr ausgepowert haben. Verstanden?“ Thor nickte und Batman fing an. „1500 Tonnen.“, sagte er und regelte langsam nach oben. „3.000, 5.000, 7.000, 9.000.“, machte er weiter und alle drei Anwesenden starrten auf Thor. Der zeigte bisher noch keine Regung und schien schon fast ein klein wenig gelangweilt. „Na das fordert ihn nicht heraus. Dreh mal ein bisschen auf Batman. Wir haben hier einen Gott vor uns. Nimm mal lieber Wonder Woman als Maß.“ Batman machte keine Anstalten Flash zu erklären das er von diesem Vorschlag nicht besonders viel hielt, aber er beschleunigte trotzdem die Geschwindigkeit mit der sich die Masse ansammelte.
„42.000, 45.000, 48.000.“, fuhr er fort. Als die Maschine die 50.000 Tonnen Marke überschritt und Thor immer noch recht entspannt wirkte seufzte Flash nur: „Na ganz großer Sport. Noch so ein Muskelmonster. Nichts für ungut J’onn.“ Manhunter sagte lediglich: „Beeindruckend.“ Als sie die 60.000 Tonnen Marke überschritten. Thor sah mittlerweile nicht mehr ganz so locker aus und Schweiß sammelte sich deutlich sichtbar auf seiner Stirn. Bei 65.000 Tonnen, stöhnte er einmal und atmete schnell aus und ein. „Alles ok? Ist da noch Luft nach oben?“, fragte Flash sicherheitshalber und Thor nickte. Er konzentrierte sich und biss sich durch weitere 5.000 Tonnen durch. Er bemerkte schon wie er an sein Limit kam. Solch ein Gewicht konnte er zwar stemmen, aber allerhöchstens für drei, vielleicht dreieinhalb Tage. „75.000, 77.000, 79.000, 81.000, 83.000, 85.000. Thor ist echt keine Schande wenn du jetzt aufgibst Mann. Du musst hier keinem irgendwas beweisen.“, bemerkte Barry nach einigen Sekunden und Thor schüttelte nur den Kopf. „Meeehr.“, verlangte der Donnergott und Batman sagte lediglich. „Wenn er so will. 86.000, 86.500, 87.000, 87.500.“ Bei 90.000 verweilte er für einen Moment, warf dann einen Blick auf Thor und fuhr fort. Bei 92.000 Tonnen gab Thor ein Stöhnen von sich, das Bruce davon abhielt weiter nach oben zu regeln. Es klang wirklich gequält und nicht weit weg von jemandem der gerade angeschossen worden war.
Was an sich aber auch nicht überraschend war, wenn man sich Thor anschaute. Seine Arme, Beine und seine Hüften zitterten, er tropfte Schweiß ohne Ende und atmete schnell und unregelmäßig. „Der macht es nicht mehr lange.“, meinte Flash und klang wohl nicht ohne Grund besorgt, gleichzeitig meinte Manhunter nur: „In der Tat.“ Es dauerte noch etwas mehr als drei Minuten, dann hatte Thor einfach nicht mehr genug Widerstandskraft und er kollabierte in der Maschine. Das Gewicht prallte natürlich nicht auf ihn nieder, denn das Gewicht das die Maschine darstellte, wurde sofort von ihr herunter genommen, als die Sensoren in den Handflächen keinen Druck mehr wahrnahmen. Trotzdem, auf einem Knie und völlig erschöpft sah Thor nicht mehr so beeindruckend aus, wie noch vor einigen Minuten. „Ich bin… gleich geht’s wieder.“, sagte er nur und stellte sich langsam auf. Er atmete einmal durch und streckte sich. Flash stand mit einem breiten Grinsen vor ihm. Er hielt ihm ein Handtuch hin und meinte: „Einsame Spitze Mann. Das war großartig. Ein Klasse Gewicht. Bei 92.658 Tonnen muss man sich echt nicht verstecken.“ Thor strahlte schon wieder und nahm seinen Hammer vom Boden. Er seufzte als er das vertraute Gewicht spürte und sagte dann langsam: „Nun ich habe mein Bestes versucht. Ich weiß nicht was es wert ist, aber ich denke das ich meiner Familie keine Schande bereitet habe. Und vor allem meine Freunde die Avengers würdig vertreten habe.“ Flash klopfte ihm auf die breite Schulter und antwortete: „Klar doch. Jeder wäre stolz auf so was. Aus gutem Grund wohl.“
Bruce hingegen konnte noch nicht so wirklich entscheiden was er von dem Ergebnis halten sollte. Einerseits konnten sie sich wohl glücklich schätzen, das Thor tatsächlich ein von den Guten war, andererseits hatte solch eine Macht auch seine Nachteile. Und umso länger er Thor betrachtete und studierte, umso mehr bekam er ein ungutes Gefühl. Vorsicht war hier geboten. Eine ganze Menge Vorsicht. „Er ist stark. Sehr stark. Die Frage ist nur ob es sich beim ihm tatsächlich um einen Gott handelt. Immerhin kennen wir unzählige Wege den menschlichen Körper auf extreme Art und Weise zu verändern oder zu verbessern.“ J’onn antwortete nicht sofort, sondern drehte sich zu Bruce. „Es handelt sich beim ihm um einen Gott.“ Bruce wusste nicht, was ihm mehr Sorgen machte, die Sicherheit mit der Manhunter das sagte, oder das leise Gefühl das er mit seiner Schlussfolgerung Recht hatte. „Was lässt dich darauf schließen?“, wollte er wissen und J’onn sagte langsam: „Ich habe seine Gedanken gelesen. Es gibt keinen Zweifel. Er mag aus einer anderen Welt stammen, die Superhelden und Schurken beheimaten mag, die mit denen in der uns bekannten Welt kaum etwas gemein haben, aber er ist zweifelsohne der, der er vorgibt zu sein. Er ist Thor Odinsson. Und ich glaube es nicht Batman. Ich weiß es.“ J’onn verließ den Raum und Bruce wand seinen Blick wieder zu Thor. Wie viele Beweise würde er noch brauchen? Eigentlich hatte er schon alle beisammen um sich ein Bild zu machen. Leider kam Bruce der Gedanke etwas zu spät, dass wenn er vor einigen Minuten schon gewusst hätte was er jetzt wusste, das er Thor niemals aus seiner Zelle heraus gelassen hätte.
Ich hoffe das neue Kapitel hat euch gefallen und ich danke allen die meine Geschichte lesen. Natürlich würde ich mich wie immer sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinung, oder eure Verbesserungsvorschläge mitteilen würdet. Bis zum nächsten Mal.
HG Elixier