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Teil 57

Zahn Nummer Fünf — www.fanfiktion.de · All chapters

Teil 57

Siebenundfünfzigster Teil

Niemand weiß, was geschehen wird, wenn jemand in den Genen der Augenfarbe eines Menschen etwas verändert; denn obgleich die Gene zwar Programme sind, werden sie keineswegs so verstanden wie jene Programme, welche die Menschen machen.

Sie sind zwar vom Prinzip her Programme — beispielsweise in Form von Befehlen, die aktiviert werden, Befehlen und Verknüpfungen wie: „Sei so … Wenn A ist, wird B sein … Wenn X sich verwirklicht, beginnt Y“ und Ähnliches —, doch sind die Gene komplex und miteinander verwoben, und ihre Beziehungen und Klassifizierungen sind unzählig. Ich glaube, sie sind keineswegs von jener Leichtigkeit, die sich manche vorstellen. Sie sind gewisslich in der Sprache der Logik und der Mathematik geschrieben, doch unterliegen sie zusätzlichen Beziehungen, die wir bis heute keineswegs tatsächlich zu erblicken vermögen; überdies sind die lebendigen unter ihnen aus Stoffen geschrieben, aus Aminosäuren …

In Wahrheit: Falls es einen Programmierer oder einen Gott gäbe, wäre es für die Menschen unmöglich, diese (Codes und ihre Beziehungen) zu erkennen, es sei denn, sie überwänden diesen Programmierer; denn dieser Programmierer hat eine absolute Kontrolle über den Leib errichtet, damit kein Wesen vermöge, natürliche Wesenheiten zu erzeugen oder zu erschaffen.

Die Kontrolle über den Leib durch den Tod ist die einzige (Neuerung), welche auf das Vorhandensein eines Programmierers hinweist; gibt es doch keinen tatsächlichen Nutzen des (überaus kostspieligen) Todes außer der Beherrschung der absoluten Macht über den Kosmos.

So wie der Mensch mit dem Einschaltknopf seine Maschinen beherrscht, so hat der Programmierer des Kosmos in diesem Falle in die Kainuna (eine Frist für das Ablaufdatum) gelegt — ich meine keinen bestimmten Tag oder eine bestimmte Zeit, sondern ein Ende, das kein Wesen zu überschreiten vermag. In Wahrheit weiß niemand, wie lang diese Dauer ist; doch erscheint sie mir dehnbar und dem Umstande unterworfen, aber gleich einer Beschleunigung löst sie sich auf und wird unmöglich, nachdem der Leib ein bestimmtes Alter erreicht hat.

Es erscheint mir, dass in diesen Programmen die offene Möglichkeit hinsichtlich der Idee des Einen unmöglich ist — das heißt, dass das Wesen eine vollständige Einheit sein muss und dass etwas anderes unmöglich ist.

Falls in diesem Zustande eine irgendeine offene Möglichkeit verbliebe — wie klein sie auch sein möge —, so wäre der Widerspruch im Programm aufgetreten. Und es wäre wie ein jegliches Programm, dessen Funktionieren im Zustande von Ja und Nein zugleich unmöglich ist.

Wir kennen in Wahrheit kein einziges natürliches Programm, das keineswegs funktionierte — sprich: kein natürliches Programm, das in sich selbst widersprüchlich wäre. Ich beschreibe das Nichts bisweilen mit diesem Unmöglichen: Sprich, ein jegliches natürliches Programm, das keineswegs funktioniert, weil es in sich selbst widersprüchlich ist, ist nichtig; und wir vermögen es auf keinerlei Weise zu erkennen (hätten wir es gefunden, so hätten wir einen Teil des Programmierers gefunden; und das Erkennen eines Teils durch den Menschen macht das Erkennen des Ganzen unumgänglich — die Angelegenheit würde bloß zu einer Frage der Zeit).

Ich denke bisweilen, dass einige von demjenigen, was wir Mutationen nennen, die Ergebnisse von Reservebefehlen sind, die in sekundären Befehlen programmiert liegen — verborgene Befehle, die auf den Umstand oder den Zustand warten, der sie aktiviert … So denke ich, wenn ich einige natürliche Phänomene zu erklären versuche, wie etwa die Verwandtschaften zwischen den Arten oder zwischen ihren Zweigen: beispielsweise die Verwandtschaft der Hirscharten mit den Bergziegen — ein Versuch außerhalb des in der heutigen Wissenschaft Gewohnten.

Demgegenüber treten die Mutationen (Zufallsmutationen) auf, die plötzliche Wandlungen in einer Art aufgrund eines Notfallumstandes bewirken — kosmetische Strahlen beispielsweise —, doch treten sie nur deshalb auf, weil (kein) Reserveprogramm vorhanden war, das stattgefunden hätte, um die Kainuna vor einem solchen unerwarteten Angriff zu schützen … dem Angriff des Zufalls  auf den Zusammenhang oder den Lauf der Dinge.

Ich sage stets, dass die Natur tatsächlich experimentiert, doch experimentiert sie keineswegs auf menschliche Weise.

Die Form ähnelt (aller Wahrscheinlichkeit nach und gemäß dem, was mir bisweilen in den Sinn kommt):

Die Möglichkeiten versuchen einzutreten, doch es verbleibt dasjenige, was zu verbleiben vermag — sprich: Wir wissen auf keinerlei Weise, welches jene Möglichkeiten sind, die sich keineswegs verwirklichten. Denn die natürlichen Programme kennen nichts außer (Entweder-Oder). Selbstverständlich denke ich hier keineswegs an das Wesen, das anwesend zu sein versuchte und es nicht vermochte, sondern an das (Kainuna-Programm, das es versuchte und nicht vermochte) … Hier trifft es zu, dass dasjenige, was nicht geschah, genau jenes (Nichts ist, das ich meinte) für uns; wir wissen nichts darüber. Denn ein jedes verwirklichte Wesen besitzt funktionierende (Kainuna-)Programme …, weil es sich gebildet hat, geschah, anwesend war und zu einer Existenz wurde. Und dies bedeutet, dass die Befehle dieser Kainuna, gemäß denen das Wesen im Kosmos anwesend war, tatsächlich funktionieren.

Wir kennen jedoch keinerlei Kainuna, die von Grund auf nicht funktionierte.

Wenn ich versuche, mir die Anzahl der möglichen Optionen vorzustellen, die in einem jeden Augenblick eine genetische Veränderung bewirken können, so eile ich herbei und setze die Zahl in das Feld des Unendlichen, damit ich nicht von Kopfschmerzen befallen werde.

Dies bedeutet auf keinerlei Weise, dass die Natur wüsste, was sie tut, oder wüsste, was geschehen wird.

Die Natur erwartet nicht.

Obgleich das Erwarten den Gegebenheiten unterworfen ist, bedarf die Natur dessen aus keinerlei Grunde.

Selbstverständlich bedarf das Herstellen der Beziehung zwischen Gegebenheiten eines Verstandes — jedoch keineswegs in dem Falle, da die Gegebenheiten gegenständlich sind, sondern wenn sie hypothetisch sind, wie wir Menschen sie annehmen.

Die gegenständlichen Gegebenheiten sind deutliche Wesenheiten, die in der Natur anwesend sind, und die Beziehungen, die diese Wesenheiten eingehen, sind berechnet; bringen diese Wesenheiten ihre Beziehungen doch mit sich — sprich: ihre Beziehungen, welche die Natur zu lesen vermag. Und die Natur ist hierbei die Gesamtheit aller Wesenheiten. Hier vermag ich zu sagen: Selbst das Sandkorn ist imstande, die Sprache der Natur auf irgendeine Weise zu lesen, weil es in der Natur mit anderen Wesenheiten wechselwirkt. Überdies bedarf das bloße Existieren unter dem Einflusse der Naturgesetze einer gewissen Kommunikation … Was jedoch die Frage anbelangt, wie der Stein den Kosmos erblickt, so ist dies dasjenige, was ich nicht weiß; bin ich doch weder ein Stein noch ein Felsen und nicht einmal ein Kieselstein, den Malo eines Tages beleckte.

Wenn ich noch tiefer nachdenke, vermag ich mir vorzustellen, dass diese natürliche Sprache unumgänglich durch Positionierung wirkt — in Form der Positionierung von Null und Eins in der primären menschlichen Programmiersprache. Diese Sprache (die Sprache der Natur) ist eine Abfolge von Ketten, die von Wesenheiten gebildet werden; und in den Wesenheiten der Kainuna werden sie von miteinander verknüpften Molekülen oder gar von bestimmten Atomen zu Beginn gebildet … Der Befehl „SEI“ beispielsweise besteht aus drei Molekülen (oder einhunderttausend, ich weiß es nicht, ich bin nicht die Natur); er ist beispielsweise das Atom A, das sich neben dem Atom B befindet, welches seinerseits mit dem Atom C verknüpft ist.

Aller Wahrscheinlichkeit nach bedarf die Natur keinerlei (Scanner-Gerätes), um damit zu lesen, und keinerlei Übersetzer … Eine jede Beziehung ist im Vergleich dazu ein (Wort oder ein Satz), den die Natur kennt, weil er in ihrer eigenen Sprache geschrieben ist. Gewöhnlich verstehen ihn jene Wesenheiten, die in einer unmittelbaren Schicksalsbeziehung zu ihm stehen: Die Moleküle des Sandkorns wissen beispielsweise, wann sie das Korn aufgrund eines Schlages, aufgrund der Hitze oder gar aufgrund des Windes zu verlassen haben.

Wenn dem so ist, so vermag derjenige, der eine Gensequenz schneidet und einen Teil aus ihr herausschneidet oder ersetzt, auf keinerlei Weise die Folgen und Ausfächerungen seines Tuns zu kennen, wie klein die Veränderung auch sein möge. Diese (Tat) — wie groß sie auch manchen erscheinen mag und wer auch immer derjenige sei, der sie begeht — ist (meiner Auffassung nach) die törichteste Handlung, welche die Menschheit je kennengelernt hat.

Die Menschen wähnen in solchen Fällen tatsächlich, dass sie einen Sieg über den äußeren Kosmos errungen und einen Schritt bei seiner Unterwerfung getan hätten; so bauen sie auf dem auf, was sie entdeckten, ohne an die Folgen zu denken (ich denke, dass dieser Stil aufgrund eines Schadens im Verstande selbst auftritt: Der menschliche Verstand sucht nach demjenigen, was ihm beweist, was er selbst denkt; so wiegt er sich selbst — ich meine den Verstand selbst —, um nichts anderes zu erblicken als dasjenige, was er erblicken will). So geschah es beispielsweise, als die Menschen den Kunststoff erfanden und wähnten, dass es später möglich sein werde, dass er zu essbarem Fleische werde; und als sie die radioaktiven Stoffe entdeckten und tatsächlich Stoffe aus ihnen machten, die sie den Arzneimitteln und der Zahnpasta beimischten; und als sie wähnten, dass die Programme des freien Marktes über die Programme des (realen/buchstäblichen Sozialismus gesiegt hätten, wie er im Sowjetreich und im Honcker-Regime herrschte), sodass sie zu privatisieren begannen und gar ihre Parlamente verkauften?!

Die Menschen sind wie jemand, der wähnt, dass sein Wissen (weil es eine Möglichkeit bewies oder etwas hervorbrachte, das in einem bestimmten Zustande tauglich ist) ein Zauberschlüssel sei, mit dem er alle Türen zu öffnen vermag.