104 Die Höhle
104 Die Höhle
Nachdem Harry Lord Voldemort informiert hatte, berührte er sein dunkles Mal und erhob sich von seinem Thron.
Mit gemächlichen Schritten ging er durch sein Anwesen und erreichte schließlich den Salon. Auf einem der Regale stand ein silbernes Metronom das langsam im gleichen Takt tickte,
Er beobachtete es einige Minuten bevor sich die Tür des Raumes hinter ihm öffnete und Bellatrix Lestrange/Black das Zimmer betrat.
„Ihr habt nach mir Gerufen eure Lordschaft?“
„Nimm Platz Bellatrix, ich habe heute eine besondere Aufgabe für dich.“
Bellatrix wartete schweigend hinter ihrem Lord, wie er das Metronom betrachtete und fragte sich was dieser Gegenstand ihm sagte, oder aber worauf er wartete.
Einige Minuten später stoppte es plötzlich, was eine kleine Regung im Gesicht des Mannes hervorrief.
„Das ist unser Signal, der Zauber wurde aufgehoben, folge mir Bellatrix.“
Die Schwarzhaarige Hexe folgte ihrem Lord durch die Tür und den Weg entlang, bis sie das große Schmiedeeiserne Tor erreichten, das das Anwesen der Slytherins umgab.
Das Tor hatte kein Schloss, dafür waren zwei silberne Schlangen zu sehen die sich ineinander verschlungen.
Voldemort berührte das Tor mit seinem Zauberstab und die Schlangen setzten sich in Bewegung,
Als sie sich entknotet hatten, schwang das Tor von selbst auf.
Bellatrix wusste das es unmöglich war auf dem Gelände des Hauses zu apparieren, aber das war gerade das erste Mal, das sie das Anwesen durch die Tür verlies.
Hinter dem Tor sah sie einen Wald, dunkel und still. Es gab keine Anzeichen auf ihren genauen Standort.
„Eure Lordschaft, was ist das heutige Ziel?“
„Du begleitest mich heute Abend. Wir werden einen alten Freund besuchen.“
Bellatrix wusste nicht, was sie von dieser Aussage halten sollte. Nachdem ihr Lord ihr gesagt hatte, wohin sie genau reisen würden, apparierten beide auf der Stelle und fanden sich kurz darauf auf einem Felsen wieder. Unter ihnen peitschten die Wellen gegen den Stein und spritzten ihnen leicht Wasser ins Gesicht.
Etwas entfernt sah sie einen Kleinen Vorsprung mit einer Höhle.
„Eure Lordschaft…“
„Es ist gut Bellatrix, jetzt komm.“
Die Frau sah ihn fragend an, bevor der dunkle Lord einen Arm um die Frau legte und sie beide verschwanden in einer schwarzen Nebelwolke.
Sie landeten auf dem Vorsprung und Voldemort nahm seine Hand wieder von ihr. Die Frau war völlig überrascht und fand keine Worte.
„Der Schutzzauber, auf dieser Höhle verhindert es das jemand anderes als ich in sie hinein appariert. Wir haben gerade allerdings nicht die Zeit das du hier herschwimmen kannst.“
„Verstehe, vielen Dank eure Lordschaft.“
Die beiden gingen den Gang entlang und erreichten wenig später eine Steinwand. Der dunkle Lord griff in seine Tasche und nahm eine Phiole heraus, die er gegen die wand warf und die dort zerbrach.
Die rote Flüssigkeit spritzte gegen die Wand und tropfte an ihr langsam hinunter.
Kaum war die Flüssigkeit an der Wand gab die Wand den Weg frei und die beiden konnten passieren.
Bellatrix blickte auf die Tropfen am Boden und war sich sicher das es sich um Blut handelte. Blutzoll, war etwas das viele schwarzmagischen Schutzzauber verlangten.
Einige Zeit zu vor:
Dumbledore und Snape standen vor der massiven Steinwand, die den Weg blockierte. Der Meister der Zaubertränke blickte von dieser Wand zu dem Anführer der Hellen Seite und wieder zurück.
Er hatte diesem gesagt, was Lucius ihm erzählt hatte. Die Wand verlangte einen Blutzoll, um sich zu öffnen. Um die Menge des Blutes oder ob dieses von einem Menschen sein musste, konnten sie nur spekulieren.
Nach allem, was er über den dunklen Lord wusste, würde er sein Leben daraufsetzen, das dieser magisches Blut verlangte.
Somit musste sich derjenige der eintrat selbst durch eine Wunde schwächen.
Dumbledore bestätigte seine Gedanken in dem er sie offen aussprach und dann an die Felswand herantrat.
Vorsichtig strich er über die Steine und bewegte dabei seinen Zauberstab.
Dann richtete er seinen Stab auf die Handfläche seiner geschwärzten Hand. In der Handfläche erschien eine Schnittwunde, nicht tief aber sie blutete und mit dieser Strich Dumbledore über die Höhlenwand.
Kurz darauf verschwand diese und gab somit den Weg frei.
„Professor… dieser Schutz…“, begann Snape.
„Es ist alles gut Severus. Die Wunde ist nicht tief. Voldemort ist so naiv, er glaubt das Schmerzen einen schwach machen… Verlust einen jeden schwächt.
Ich kann diese Hand zwar bewegen, aber ich fühle schon lange nichts mehr in ihr. Etwas Blut aus ihr zu opfern, um den Durchgang zu einem Teil von seiner Seele zu öffnen, erscheint mir als ein fairer Tausch.“
Nach diesen Worten schwang Dumbledore seinen Zauberstab über seiner Hand und die Wunde verschloss sich wieder.
Snape sagte nichts dazu. In seinem Inneren ging er die möglichen Enden dieses Auftrages durch. Viele endeten damit das er vor den dunklen Lord zitiert werden würde.
Unwissenheit war ein Segen und ein Fluch zu gleich. Dumbledore teilte nur selten seine Pläne und Geheimnisse. Das brachte Snape in die Lage sich vor vielen Fragen zu drücken oder aber die Antworten zu umgehen.
Leider sorgte dies auch für allerlei missfallen vor allem wenn er vor dem engsten Kreis der Todesser sprach oder um seine Meinung gebeten wurde.
Er gab auf beiden Seiten gerade genug preis, um nicht verdächtig zu wirken, aber wenn es um etwas wie einen Teil der Seele des dunklen Lords ging, würde dieser sich nicht leicht abspeisen lassen.
Snape überlegte kurz und entschloss dann den Rest der Höhle abzuwarten. Es war noch nicht sicher das sie den Seelensplitter bekamen und wenn sie scheiterten, konnte er Dumbledore immer noch zurücklassen und verschwinden.
Der Gang durch den Rest der Höhle geschah in absoluter Stille, bis sie schließlich deren Ende erreichten. Vor sich sahen sie eine Grotte, in welcher ein See lag.
In der Mitte des Sees konnten sie eine Insel erkennen und etwas auf dieser Insel leuchtete in einem grünen Schimmer.
Sie wählten eine Richtung, in welcher sie den See umrunden wollten, während Dumbledore seinen Zauberstab erhoben hatte und Beschwörungen murmelte.
Nach etwas einem Viertel des Wegel hielt dieser plötzlich inne, hob seine freie und geschwärzte Hand und griff in die Leere.
Als er die geschlossene Hand nach unten zog, sah Severus Snape eine Kette in der Hand des Direktors, welche zu einem Boot gehörte.
Dumbledore zog noch einmal an der Kette und das Boot schwankte aus den tiefen des Sees bis an das das Ufer von diesem und so vor ihre Füße.
„Sollen wir das wirklich?“, fragte Snape mit Blick auf den See.
Er wusste das dieser voller Inferie war, aber bis jetzt hatten sie noch keinen gesehen oder aber hatte noch keine von ihnen versuchen sie aufzuhalten.
„Ja… Wir müssen den Horcrux bergen. Es könnte unsere erste und auch einzige Chance sein, um ihn von hier zu holen“, erklärte Dumbledore und bewegte seinen Zauberstab über das Boot.
Schließlich ließ er ihn sinken. „Es gibt keine Zauber auf dem Boot. Komm Severus unsere Zeit ist begrenzt.“
Beide betraten das Boot und es setzte sich sofort in Bewegung. Das Ziel, die Insel in der Mitte des Sees. Während sie fuhren, hielten beide ihre Zauberstäbe in den Händen.
Der Blick von beiden ging hinunter in den See, in welchen unzählige Inferie oder zumindest Leichen schwammen.
In der Mitte von dieser konnte er etwas sehen das grünlich schimmerte und je näher sie kamen, desto besser war das fragliche Objekt zu erkennen.
Das steinerne Etwas war nach obenhin offen und Snape wusste das sich dort drin ein Zaubertrank befand.
Als das Boot anlegte, stiegen beide mit gezogenen Zauberstäben aus diesem und gingen vorsichtig auf die Mitte der Insel zu.
Als sie das kleine Becken erreichten, blickten sie in einen Zaubertrank in dem etwas lag, das wie ein Metallion aussah.
Dumbledore betrachtete es einen Augenblick und ein sanftes Lächeln schwang sich auf sein Gesicht. „Hier sind wir richtig, dieses Medalion, es gehörte Salazar Slytherin.
Er stahl es vor vielen Jahren und meinen Nachforschungen nach ist es einer seiner Horcruxe.“
Snape betrachtete das Artefakt vor sich. „Ein Erbstück eines Gründers? Jeder der vier hat etwas zurückgelassen, aber sie gelten als verschollen“, antwortete er.
„Das stimmt und meinen Nachforschungen nach hat er abgesehen von Gryffindor von jedem Gründer das Artefakt gefunden und in seinen Besitz gebracht.“
Dumbledore richtete seinen Blick auf die Umgebung, aber es geschah immer noch nichts. Keiner der Inferie, die in dem See lebten beachtete sie.
„Severus, ich werde dieses Becken untersuchen. Behalte unsere Umgebung im Auge, nur weil wir bis jetzt auf keinen Widerstand getroffen sind, bedeutet das nicht, das es so bleiben wird.“
Severus nickte nur und ließ seinen Blick über den ruhigen See wandern.
Dumbledore stand mit gezogenem Zauberstab über dem Becken und murmelte Beschwörungen.
Nach wenigen Minuten seufzte er.
„Dieser Trank… Ich kann ihn nicht berühren, seinen Aggregatzustand nicht verändern, ihn nicht verbannen oder verschwinden lassen. Es bleibt also nur übrig das er getrunken werden muss.“
In Snape zog sich etwas zusammen. Einen unbekannten Zaubertrank trinken?
Das konnte der Direktor nicht ernst meinen. Die Möglichkeiten des Tranks waren endlos. Dieser könnte sie töten, ihnen schmerzen zufügen, sie vergessen lassen, was sie hier wollten, ihre Körper von innenheraus zersetzen…
Dumbledore verwandelte einen Stein in einen kleinen Kelch, den er in den Trank tunkte.
Den Kelch hielt er sich einen Augenblick vor die Augen, bevor ihn Snape anbot.
Der Meister der Zaubertränke starrte den Kelch an, niemals würde er so eine Dummheit machen.
„Severus…“
„Verzeihen sie Direktor, aber das halte ich für keine gute Idee. Als Meister der Zaubertränke, wäre es ratsamer, wenn ich diesen Trank nicht zu mir nehme.
Ich weiß mehr um Tränke als sie Direktor und mit den Gegengiften, die ich bei mir trage, kann ich besser auf alles reagieren, was dieser Trank auslösen kann.“
Dumbledore sah ihn unsicher an, er wollte den Trank nicht schlucken, aber es war gerade die Einzige Möglichkeit.
Sie konnten nicht verschwinden, um mit jemand anderem wieder zu kommen. Es gab die Chance das es einen Sicherheitszauber gab, der Tom bereits auf den Plan gerufen hatte.
Darum drückte die Zeit. Wenn der Trank ihn tötete, würde die Helle Seite verlieren, aber der Trank würde ihn nicht sofort töten.
Das war nicht Toms Art, er würde den Tot in die Länge ziehen. Das hatte er bereits bei dem Ring gesehen, den er sich in einem Moment der Schwäche selbst angelegt hatte.
Auch ohne den Bann von Snape hätte er eine oder zwei Stunden gehabt, bis der Fluch ihn getötet hätte.
Nun hieß es seinem Spion zu vertrauen.
„Severus, ich muss dich bitten: Egal was dieser Trank mit mir macht, bringe mich dazu weiter zu trinken. Bis zum letzten tropfen und dann bring uns beide mit dem Horcrux hier heraus.“
Dumbledore führte nach diesen Worten den Kelch zu seinen Lippen und nahm einen tiefen Schluck.
Snape beobachtete den Direktor genau und griff bereits nach der Tasche mit all seinen Gegengiften.
Die Augen von Dumbledore wurden glasig, bevor er anfing etwas zu stammeln.
Er begann zu flehen und sich zu schütteln.
Snape betrachtete sein Gegenüber mit fachlichem Interesse. Dumbledore hatte den Kelch fallengelassen und wimmerte etwas das wie Entschuldigungen klang.
Snapes Blick huschte durch die Höhle, aber immer noch nichts war geschehen. Die Inferie verhielten sich immer noch ruhig, das war ein gutes Zeichen.
Snape bückte sich und hob den Kelch auf, den er mit dem Trank füllte und ihn Dumbledore wieder an die Lippen setzte.
Mit jedem Schluck wurde das Wimmern lauter und Tränen liefen über das Gesicht von Dumbledore.
Als Snape den dritten Becker füllte drehte Dumbledore den Kopf weg, um zu verhindern das Snape ihm weiter etwas von dem Trank einflößte.
Das hielt den Meister der Zaubertränke aber nicht auf. Er packte den Kopf des älteren Mannes und zwang ihm den Trank in den Mund.
Dumbledore schrie und heulte immer lauter. „Bitte… Bitte, nicht mehr! Ich… es tut mir leid, ich wollte es damals nicht tun… ich wollte dich nicht töten.“
Snape sah den Direktor schief an. „Er halluziniert“, dachte er und füllte den Kelch erneut mit einem Teil des Trankes.
Inzwischen war mehr als die Hälfte des Trankes verschwunden.
„Es ist nicht mehr viel Direktor“, murmelte Snape und führte ihn wieder an die Lippen des Mannes.
Dieser presste seine Lippen aufeinander und verhinderte so, das er auch nur einen weiteren Schluck des Trankes zu sich nahm.
Snape stöhnte leise. Er musste etwas tun, um das hier schnell zu beenden und Dumbledore zurück ins Schloss bringen.
Den Trank hatte er immer noch nicht erkannt. Ein solcher Trank entzog sich seinem Wissen, er würde dafür eine Probe brauchen, aber der dunkle Lord würde niemals so etwas zulassen.
„Bitte… Bitte…“, krächzte Dumbledore mit schwacher Stimme.
„Es ist nicht mehr viel Direktor, jetzt trinken sie“, befahl Snape.
Dumbledore schüttelte den Kopf.
„Trinken sie!“, knurrte Snape.
Er könnte seinen Zauberstab beiseitelegen und ihm den Trank so einflössen, aber das hielt er für keine gute Idee. Die Gefahr war zu groß, um auch nur einen Moment seinen Zauberstab weg zu legen.
Wieder schoss Snapes Blick durch die Höhle, der See war ruhig und die Inferie in ihm rührten sich immer noch nicht.
„Wasser“, krächzte Dumbledore bittend und sah ihn mit einem Ausdruck des Flehens an.
„Wenn ich ihnen Wasser gebe, werden sie dann den Rest des Trankes schlucken?“, fragte Snape.
Dumbledore reagierte nicht. „Wasser… bitte“, war alles, was er antwortete. Sein Glasiger Blick ging immer wieder an Snape vorbei und er begann wieder leise etwas zu stammeln das wie Entschuldigungen klang.
„Direktor, ich fragte sie, ob sie den Trank trinken, wenn ich ihnen Wasser gebe?“
Dumbledore blickte ihn nach diesen Worten einen Moment an aber reagierte nicht. Der Glasige Blick wirkte so, als ob er durch ihn hindurchschaute.
Mit einem leisen stöhnen hob Snape den Kelch und richtete seinen Zauberstab darauf.
Er füllte sich sofort mit Wasser und er führte ihn an Dumbledores Lippen, aber als er versuchte es ihm in den Mund zu schütten war der Kelch leer.
Das verwunderte ihn, er wiederholte den Zauber, aber kaum war der Kelch gefüllt war er wieder leer.
Snapes Blick wanderte umher. „Das war seltsam, der Beschwörungszauber von Dumbledore hatte doch auch funktioniert, genau wie die Zauber um den Trank zu untersuchen.
Er sah den See, in welchem die Inferie schwammen. Das wäre die einzige Möglichkeit, um an Wasser zu kommen, aber konnte er das tun.
Es gab die Möglichkeit das die Inferie nur darauf warteten, dass er den Kelch mit Wasser füllte, um ihn in diesem Moment zu packen und in die tiefen des Sees zu ziehen.
Sei Blick fiel erneut auf Dumbledore, es half nichts. Er richtete seinen Zauberstab auf Dumbledore und sprach einen Zauber, der ihn erstarren ließ.
Snape füllte den Kelch erneut mit dem Trank und stellte ihn auf den Rand des Beckens, bevor er Dumbledores Mund mit seiner Hand öffnete.
Dann nahm er den Kelch und begann den Trank in den geöffneten Mund zu kippen.
Es war nicht die beste Idee, da ein Teil des Trankes über das Kinn und in den Bart des alten Mannes lief.
Dumbledore röchelte und gurgelte, während der Trank langsam seine Kehle hinunterlief.
Snape wusste das dieser Trank Dumbledore gerade weiterhin schmerzen zufügte, aber sie mussten sich beeilen.
Gerade als er den Kelch wieder mit dem Trank auffüllen wollte, sah er etwas das dafür sorgte das sich ihn etwas zusammenzog.
Ein weiteres Boot bewegte sich über den See auf die kleine Insel zu.
Am Schiffsbug stand der Dunkle Lord persönlich und hinter ihm konnte er eine weitere Person erkennen.
Das lange schwarze Haar und die fehlende Maske waren eindeutig. Bellatrix Lestrange begleitete ihren Meister hier her.
Snape legte den Kelch beiseite und löste den Zauber von Dumbledore der krümmend und weinend auf die Knie fiel und dort etwas in seinen Bart stammelte.
„Damit ist der sieg der dunklen Seite besiegelt“, dachte Snape und wartete auf seinen Meister, um die Situation zu erklären und seinen Kopf so aus der Schlinge zu ziehen.