LNCrawler

19 Ritual 1/2

Zerstörung Von Innen — www.fanfiktion.de · All chapters

19 Ritual 1/2

In den nächsten beiden Wochen verbrachte Harry die Tage mit dem Training durch Bellatrix und Abends las er in den neuen Büchern.

Während er in den ersten Tagen nach den Übungen erschöpft ins Bett gefallen war ging es ihm nun ziemlich gut und er war sogar Stolz auf sich.

Bellatrix hatte das Training alle paar Tage immer mehr angezogen und inzwischen kam Harry mit ihrem Tempo klar.

Zumindest landete er nicht mehr öfters auf der Nase und schaffte es auch bei ihr einige gute Treffer zu landen.

Durch das ständige Ausweichen der Zauber wuchs auch seine Kondition, sie hatte ihm geraten in großflächigeren Räumen oder an Orten, wo mehr Platz war, lieber auszuweichen, statt nur zu versuchen jeden Zauber zu blocken.

Außerdem gab es Zauber die Schilde durchschlugen und die nicht geblockt werden konnten (Die Unverzeihlichen).

Am Abend hatte er es sich angewöhnt sich mit einem Buch und einem Tee in sein Bett zu legen.

Mehr spaßeshalber hatte er Kreacher einmal um Feuerwhiskey in den Tee gebeten. Wie er kurz darauf an dem brennen in seiner Kehle feststellen musste war der Elf seiner bitte nachgekommen.

In dieser Nacht durchstreifte Harry wieder den Geist von Tom. Die Bibliothek war interessant, aber er fragte sich wie genau dieses Schloss war und wo er noch überall hineinkam.

Einige Geheimgänge, die er kannte. Außerdem konnte er die Kammer des Schreckens nicht betreten.

Im nächsten Moment veränderte sich der Raum um ihn und er stand in einem der Büros. Harry ließ seinen Blick umherwandern und erkannte das Büro für Verteidigung gegen die dunklen Künste.

Ihm Gegenüber saß Tom in seiner langen schwarzen Robe.

„Danke das du meiner Einladung gefolgt bist.“

„Hatte ja keine andere Wahl“, antwortete Harry knapp und ließ sich auf dem Stuhl ihm Gegenüber nieder.

Tom zog eine Augenbraue hoch. „Scheinbar bekommt Bellatrix dir gut. Oder hast du sie getötet?“

„Nein, sie ist eine nette Gesellschaft und wirklich hilfreich. Ich denke aber mal das du nicht hier bist, um zu quatschen, oder?“

„Nein, es geht um einige offene Dinge, die wir noch bereden müssen.

Ich habe mich über die Nacht in der deine Eltern starben informiert. Die Sache mit ihren Augen, die du angesprochen hattest, kam mir bekannt vor.“

„Und?“, fragte Harry neugierig.

„Es waren nicht deine Eltern, also nicht wirklich. Die komischen Reaktionen von ihnen und auch die Augen legen mir den Schluss nahe das sie kontrolliert wurden.

Jemand hat wohl versucht so den Ausgang dieser Nacht vorherzubestimmen.“

„Wie kommst du darauf? Und was hat es mit ihren Augen auf sich.“

„Es gibt einen Zauber, dieser wurde zumeist in Amerika von Schaustellern verwendet. Er diente eigentlich dem Marionettenspiel.

Ein mächtiger Zauberer kann aber auch Menschen mit ihm Kontrollieren. Er ist eigentlich weißmagisch und dient der Unterhaltung, vor allem ist er nicht so effektive wie der Imperius.

Dafür aber können die Personen sich dem Zauber nicht entziehen da ihre Glieder gelenkt werden und nicht ihr Geist.“

Harry sackte etwas auf seinem Stuhl zusammen und sein Gegenüber schwieg einen Moment.

Er ließ ein Buch vor sich erscheinen. Ich habe Aufzeichnungen über diesen Zauber, wenn du mir nicht glaubst. Die müsstest du dir allerdings abholen.“

Kurz nickte Harry.

„Das zweite, worüber ich mit dir noch reden wollte, war dein Auftritt in der Zeitung. Ich war überrascht das du Fudge geholfen hast im Amt zu bleiben, ihr wart ja nicht so eng befreundet und er ist mir eine gute Marionette.“

„Ich dachte mir einfach, dass es dir hilft und Fudge besser wäre als einer der hellen Seite“, gestand Harry.

„Da hattest du recht und ich danke dir.

Das nächste ist der Horcrux.“

Sofort schnellte Harry in die Höhe. „Du weißt, wie ich ihn loswerde?“, fragte er hoffnungsvoll.

„Natürlich, du brauchst nur zu sterben.“

Er wartete auf die Pointe, aber die blieb aus, wobei es schon lächerlich gewesen wäre das der Mann vor ihm einen Witz machte.

Wobei selbst Bellatrix bewies einen gewissen Humor, obwohl der sehr schwarz und sarkastisch war.

„Das würde ich dann doch gerne vermeiden.“

„Das habe ich mir schon gedacht, allerdings könnte ich dir ein Angebot machen, aus dem wir unsere Aktuelle Lage verbessern können.“

„Ich bin ganz Ohr.“

„Nun, dir ist bewusst das so lange hier dieser Krieg herrscht du von vielen Seiten gedrängt wirst. Schließlich musst du als Auserwählter mich ja besiegen.“

Tom ließ ein kurzes Lachen hören und Harry rollte mit den Augen. Die Frage: was sich diese Bevölkerung dabei dachte: Ein Teenager soll einen erwachsenen und vor allem bösen Zauberer besiegen.

„Wie ich dir bereits einmal erklärt habe steckt ein Stück meiner Seele in dir, solange du lebst, kann ich nicht sterben. Du erkennst bestimmt das Problem, das existiert, wenn man Lebewesen zu Horcruxen macht?“

Harry dachte einen Moment nach. Er fühlte sich gerade wie in einer Unterrichtsstunde. „Ich würde einmal sagen: Da du unsterblich bist, werde ich eines Tages vor dir sterben und somit würde deine Unsterblichkeit auch schwinden oder aber schwächer werden? Denn mit meinem tot verschwindet der Horcrux in mir.“

„Ganz genau, darum sollte man Lebewesen meiden, wenn es darum geht, so etwas zu erschaffen. Allerdings können wir einen Vorteil aus dieser ungewollten Bindung ziehen.“

Harry zog eine Augenbraue hoch. „Wie sähe diese aus?“

„Es gibt ein Ritual, um diese Bindung zu vertiefen. Ich habe dieses vor einigen Monaten mit Nagini vollzogen. Dadurch bin ich in der Lage durch ihre Augen zu sehen und mental mit ihr zu reden.“

„Das ist, nichts, was ich wollen würde. Ich habe es satt überwacht zu werden.“

Tom lächelte kurz. „Nein, ich habe mir die Freiheit genommen und das Ritual verändert. Bellatrix sollte dir nicht ohne Hintergedanken Oklumentik beibringen.

Du bestimmst, wann du deine Sinne mit mir teilst. Das würde es mir erlauben Blicke in Hogwarts zu werfen… oder aber in Dumbledores Pläne, falls er dich doch etwas mit einbeziehen sollte.“

„Du willst also das ich für dich spioniere und durch dieses Ritual, willst du alles mitansehen was Dumbledore plant?“

Tom grinste kurz. „Ganz genau, bevor du dich entscheidest, bedenke: Je schneller der Krieg endet, desto schneller wirst du in Ruhe gelassen.“

Harry bis sich auf die Lippe. Das könnte die ganze Sache verschnellern und er könnte endlich in frieden Leben.

„Was ist dann mit dem Ritual? Diese Bindung erscheint mir dann als überaus… nervig.“

„Das kann man wieder umdrehen, es hat keine negativen Auswirkungen auf dich. Wenn es vorbei ist, kehren wir es um und du bist wieder nur durch den Horcrux mit mir verbunden, welcher durch deine Schilde keine Verbindung zu mir hat.“

„Das klingt okay… würde ich sagen, aber ich habe eine Bedingung: Ich möchte das du meine Freunde… meine wirklichen Freunde verschonst, wenn du an der Macht bist.“

Sein Gegenüber schwieg einen Augenblich. „Wenn sie uns nicht angreifen, werden wir ihnen nichts tun. Du musst bedenken das es schwer ist während einer Schlacht meinen Anhängern aufzutragen bestimmte Personen aus den Reihen der Feinde zu verschonen, wenn sie nicht für uns spionieren.“

„Gut, dann werde ich ihnen raten neutral zu bleiben.“

Die Liste der Personen die Harry aktuell noch als richtige Freunde ansah war kurz, aber er wusste das Ginny nicht im Orden war und Tonks hatte an allem Zweifel.

Mit Neville verstand er sich immer ganz gut, auch wenn sie abgesehen vom letzten Jahr kaum etwas zusammen gemacht hatten.

Nachdem er seine Oma kennengelernt hatte, würde Harry sich wundern, wenn diese ihm erlaubte sich dem Orden anzuschließen.

„Oh, bevor ich es vergesse: Wenn du schon dabei bist Dumbledore auszuspionieren, dann wirf doch auch einen Blick auf Severus Snape.

Es erscheint mir seit einigen Monaten fraglich, wem seine Treue gilt.“

„Oh mit dem größten Vergnügen“, antwortete Harry.

Diesem Mann eine rein zu würgen würde er genießen. Seit seinem ersten Tag in Hogwarts drangsalierte ihn diese Fledermaus, das hier war die perfekte Gelegenheit ihm alles heimzuzahlen.

Nicht nur das nachsitzen und die vielen Beleidigenden Kommentare, sondern auch die Sache mit Lupin und Sirius in seinem Dritten Schuljahr.

„Gut, dann erwarte ich dich und Bellatrix morgen Abend in unserem Anwesen. Sie weiß, wo ihr hinmüsst.“

„Gut, bis morgen Abend.“

Voldemort verschwand daraufhin und Harry war wieder alleine. Er entschied sich dazu das Schloss weiter zu erkunden.

Vielleicht ein Versuch in die Kammer des Schreckens zu kommen Dieser Versuch blieb aber auch ohne Erfolg.

Der Raum der Wünsche funktionierte hier auch nicht, das konnte Harry aber verstehen. Das wäre wirklich zu viel des Guten gewesen.

Schließlich löste er die Verbindung und sank in einen Traumlosen Schlaf. Diese hatte er in den letzten Tagen nur noch, Bellatrix sagte das dies an seinen Übungen an Legilimentik lag.

Schließlich weckte ihn sein Weckzauber und er machte sich schnell daran aus dem Bett zu kommen. Bellatrix hatte ein perverses Vergnügen ihn morgens aus dem Bett zu holen und dabei schreckte sie nicht vor Flüchen zurück.

Das Thema: „Respekt vor dem Oberhaupt des Hauses“ war für sie scheinbar vom Tisch. Sie war zwar freundlich aber bei ihrem Training schenkte sie ihm nichts.

Harry war in den letzten Tagen sehr oft auf dem Bauch oder aber auf der Nase gelandet. Beklagen wollte er sich aber nicht. Das Training war wirklich gut und die vielen Neuen Zauber und Übungen, die sie ihm gezeigt hatte, würden ihm in seinem späteren Leben helfen, da war er sich sicher.

Nach einer schnellen Dusche zog er sich an und ging hinunter zum Frühstück.

Seine Mitbewohnerin saß bereits am Tisch und trank ihren Kaffee. Wie jeden Morgen schob sie Harry eine Tasse zu und er nahm einen Schluck, wobei er nur noch leicht den Mund verzog.

„Gewöhnst du dich endlich an den Geschmack?“, fragte sie amüsiert.

„Dir auch einen guten Morgen und ja. Es ist bitter, aber es hilft, um morgens in die Gänge zu kommen.“

„Meine Rede, wenn du dich daran gewähnt hast können wir ja daran arbeiten dir etwas anderes schmecken zu lassen“, Bei diesen Worten grinste sie und Harry rollte kurz mit den Augen.

Er vermutete eine Zweideutige Anspielung dahinter und ging nicht darauf ein.

„Bevor ich es vergesse, dein Lord hat uns für heute Abend eingeladen. Es geht um ein Ritual, er sagte du weißt, wie wir zu ihm kommen?“

Bellatrix sah ihn überrascht an, nickt aber. „Ja, das ist mir bekannt, aber wie hast du mit ihm gesprochen?“

„Wir haben eine Verbindung, lange Geschichte und die sollte wohl nicht unbedingt herumerzählt werden.

Wichtig ist nur wir sollen uns heute Abend bei ihm einfinden. Kannst du das?“

„Natürlich, ich kann alles, was du willst, aber das könnte einige Probleme verursachen.

Du bist zwar nicht mehr zur Gefangennahme bei Sichtkontakt ausgeschrieben, aber es würde trotzdem Fragen aufwerfen, wenn du in unser Hauptquartier reinmarschierst, auch wenn ich an deiner Seite bin.

Zumindest wenn du es wieder verlassen willst.“

„Verständlich, dann sollte ich vielleicht doch noch mal mit ihm…“, begann Harry.

Bellatrix unterbrach ihn aber: „Lass das meine Sorge sein, ich glaube ich weiß schon, wie ich das Problem löse“, bei diesen Worten grinste sie und Harry bekam ein ungutes Gefühl.

„Gut, bevor wir uns aber damit beschäftigen, womit wollen wir heute unseren Tag verbringen? Hast du noch Fragen oder Probleme?“

„Ich würde gerne meine Mentale Snape Verteidigung einmal im Ernstfall testen. Würdest du versuchen in meinen Geist einzudringen?“

„Wenn du willst, können wir das machen, aber sei dir gewiss ich werde nicht sanft sein, wenn ich in dich eindringe.“

Harry musste diesmal auch lachen. „Wenn dich jemand hört, könnte er wirklich auf falsche Gedanken kommen.“

„Soll er doch. Ich habe mich seit so vielen Jahren nicht mehr so frei gefühlt und habe viel nachzuholen. Jetzt iss etwas und dann werden wir uns um deine Snape Verteidigung kümmern.“

„Jawohl!“

Seine Verteidigung funktionierte auch gegen Bellatrix „hartes eindringen“, sehr gut und als sie seine Verteidigung sah, musste sie laut lachen.

Harry konnte auch nicht anders als zu schmunzeln. Snape würde schon sehen das er sich dieses Jahr nichts gefallen lassen würde.

Nach dem Mittagessen beschwor sie einige Puppen, an denen er offensive Zauber üben sollte. Während er die Puppen demolierte und das stumm, stand sie daneben und sah nur zu.

Plötzlich wurde er weggeschleudert und landete auf dem Rücken. „Immer auf deine Umgebung achten“, sagte sie und grinste während sie ihren Zauberstab wegsteckte.

„Manschmal hasse ich dich“, knurrte Harry und kam wieder auf die Beine.

„Das ist mir bewusst, aber ich will meinen Spaß haben so lange ich hier bin und dafür bist du nun einmal da.“

Er sagte nichts dazu und machte weiter mit dem demolieren der Puppen, schließlich warf er einen stummen Schockzauber auf die Frau die gerade noch ausweichen konnte.

Sofort zog sie ihren Zauberstab und begann ihm mit Flüchen zu bewerfen. Harry blockte und wich den meisten aus, während er zurückschlug.

Schließlich beendeten sie ihre Stunde. Harry war sich sicher, das sie beide einige blaue Flecke hatten. Einmal hatte er die Frau wohl sehr ungünstig, an der Brust getroffen da sie ein sehr merkwürdiges Stöhnen von sich gegeben hatte.

Nach einer kurzen Dusche und einem schnellen Abendessen betrat Harry den Salon, wo Bellatrix auf ihn wartete.

„Gut, da bist du ja. Zieh das an“, sie warf ihm einen schwarzen Umhang zu. Harry gehorchte und zog ihn sich über.

Nachdem er sie kurz gemustert hatte, erkannte er die Todesserrobe. Bellatrix zupfte den Umhang gerade und richtete dann ihren Zauberstab auf sein Gesicht.

Im nächsten Moment wurde ihm die Sicht genommen, als eine silberne Maske sein Gesicht bedeckte.

„Gut, so können wir gehen und versuche so wenig wie möglich zu reden. Deine Stimme ist bekannt unter vielen.“

„Ja Mam“, antwortete er.

„Gefällt mir, aber nenn mich lieber Meisterin.“

Harry grinste sie an.

„Soll ich dabei auch noch auf die Knie fallen und den Saum deines Umhangs oder Kleides küssen?“, fragte er scherzhaft.

„Nun, müssen tust du es nicht, aber wenn dir danach ist, lass dich nicht aufhalten.“

Die beiden lachten während Bella ihn zum Kamin führte, strich Harry über den Stoff des Umhanges

Er war erstaunlich bequem und auch weich.

Sie beobachtete ihn aus dem Augenwinkel. „Alles okay?“, fragte sie.

„Mir gefällt der Stoff, er ist bequem und weich“, antwortete er.

„Achso, ja da hast du recht, darum trage ich normalerweise auch nichts unter diesen Umhängen.“

Harry blickte sie mit offenem Mund an, während er versuchte sich das nicht vorzustellen und die Tatsache zu verdrängen das er gerade in einem ihrer Umhänge steckte.

„Jetzt komm Harry, wir wollen unseren Meister doch nicht warten lassen.“

Bellatrix warf eine Handvoll Flohpulver in den Kamin und zog ihn hinein. Er hörte nicht, was sie murmelte, aber im nächsten Moment wurden die Flammen grün und sie wurden davongezogen.

Er hielt sich so gut es ging an ihr fest, während sie durch den Strohm aus Kaminen flogen. Immer wieder konnte er kurz die Räume dahinter sehen.

Schließlich hatte er wieder festen Boden unter den Füßen und schaffte es nur wegen der Frau neben sich nicht aus dem Kamin zu fallen.

Die beiden stiegen hinaus und Harry blickte sich in dem Raum um. Er kannte ihn, an dem Tag, wo er von den Dursleys abgehauen war, war er von hier aus wieder zurückgereist.

Die Bewohner der wenigen Porträts schliefen und der Marmorne Kamin, aus dem sie gerade gestiegen war sofort danach erlosch.

„Warst du schon einmal hier?“, fragte Bellatrix interessiert.

„Kurz, in der Nacht wo ich von meinen Verwandten geflohen bin.“

Bellatrix schwieg einen Moment, da sie nicht wusste, was sie genau sagen sollte.

„Dann lass uns gehen und denk daran, was ich dir gesagt habe.“

Harry nickte zustimmend und folgte ihr durch eine Tür Doppeltür.