LNCrawler

Der Abschied

Zoe Dumbledore Und Der Halblutprinz — www.fanfiktion.de · All chapters

Der Abschied

Zoe lag seit Stunden wach.

Sie hatte nur wenig in dieser Nacht geschlafen und das unstete und unruhige Herzklopfen war alles, was sie gerade fühlte. Der vergangene Tag und die Sorgen, die ihr seitdem auf dem Gemüt lasteten, raubten ihr jede Erholung. Sie konnte einfach nicht aufhören, zu denken und sich zu erinnern.

Immer wieder hallten ihr im Geiste die angsterfüllten Schreie ihres Großvaters wieder. Hörte sie sich selbst neben dem sich auf dem Boden windenden alten Mann des Schulleiterbüros kreischen.

An mehr konnte sie sich nicht erinnern.

Sie erinnerte sich nicht einmal daran, wie sie es geschafft hatte, Professor Snape zu kontaktieren, und auch nicht, was in den unmittelbaren Stunden nach diesem Ereignis geschehen war.

Aber sie konnte sich noch gut an das grauenvolle Gefühl erinnern. Das hatte sie beim Anblick der verkohlten Hand ihres Großvaters, als er schwach und müde im Sessel saß, während Professor Snape seine Verletzung behandelte.

Fluchschaden.

Zoe wusste kaum etwas darüber, doch allein der Anblick der verletzten Hand war ein Gräuel und sie schüttelte die Erinnerung rasch ab.

Dieser Vorfall hatte eine weitere Wunde in der Sechzehnjährigen zum Vorschein gebracht. Eine, die nicht blutete, aber so tief war, dass sie nicht wusste, ob sie das Aufreißen dieser Wunde überleben konnte.

Der Anblick ihres verletzlichen und hilflosen Großvaters hatte sie an seine Sterblichkeit erinnert. An seine Menschlichkeit und die Tatsache, dass er bereits ein alter Mann war.

Albus Dumbledore würde nicht ewig für sie da sein und das machte ihr große Angst.

Die Sechzehnjährige setzte sich im Bett auf, als es an der Tür klopfte.

Ihr Großvater streckte lächelnd den Kopf herein und begrüßte sie freundlich. Doch die Slytherin kannte ihn bereits zu gut, um die Erschöpfung und die Müdigkeit, die an ihm hafteten, nicht zu sehen.

„Wirst du mir beim Frühstück Gesellschaft leisten?“, fragte er.

Zaghaft nickte Zoe und der Schulleiter zog sich zurück, während sie sich einen Morgenmantel über den Pyjama zog und in ihre Pantoffeln schlüpfte.

Mit schweren Schritten betrat sie das Schulleiterbüro.

Goldenes Licht durchströmte den kreisrunden Raum. Unzählige Lichtreflexe, von den silbernen Instrumenten ihres Großvaters zurückgeworfen, tanzten durchs Zimmer und das Federkleid von Fawkes leuchtete feuerrot und seine schwarzen Augen wirkten voll und warm.

Es versprach, ein wunderschöner Sommertag zu werden. Doch Zoe nahm ihn kaum wahr.

„Wie geht es dir heute?“, fragte Dumbledore munter, als seine Enkelin Platz genommen hatte und sich Tee eingoss. „Bist du bereit für deinen Besuch bei der Familie Weasley?“

Sie zuckte lediglich mit den Schultern und ihr Großvater zog sorgenvoll die Brauen zusammen.

„Hast du noch nicht gepackt?“

„Meinst du denn … es ist sicher dort?“, entgegnete Zoe, ohne ihn anzusehen.

„So sicher, wie man es in diesen Zeiten sein kann“, sprach ihr Großvater sanft. „In den vergangenen Jahren hat es dich in den Ferien immer zu deinen Freunden gezogen. Vermisst du sie denn nicht?“

„Schon“, gab sie zu, „aber …“ Ihre Stimme versagte.

„Aber was?“

Die Sechzehnjährige wandte sich mit ernster Miene zu ihm um. „Was ist mit dir?“

Überrascht erwiderte er ihren Blick und antwortete. „Ich werde Hogwarts verlassen, wenn du fort bist, und eine kleine Reise antreten“, erklärte er schließlich. „Es gibt einige Dinge zu tun, die ich erledigen muss, bevor das neue Schuljahr beginnt.“

„Eine Reise?“, fragte sie unschlüssig. „Alleine?“

Albus Dumbledore sog die Luft ein und sagte dann: „Sorge dich nicht um mich, Zoe.“ Seine Enkelin sah ihn beinahe tadelnd an. „Deine Freunde werden sich sicher sehr über deine Anwesenheit freuen. Ich kann dich in den Fuchsbau bringen, sobald du bereit dazu bist.“

Die Slytherin nahm das Angebot nur mit einem Nicken zur Kenntnis. Als er ihr das Brotkörbchen reichte, fiel ihr Blick auf die verkohlten Finger seiner linken Hand.

„Wie geht es dir?“, wollte sie wissen.

Ihrem Großvater entkam ein leises Seufzen, bevor er antwortete: „Den Umständen entsprechend gut. Dank der Geistesgegenwart, die du gestern besessen hast, Zoe.“

Die Sechzehnjährige entnahm eine Scheibe Toast und legte sie sich auf den Teller, ohne Anstalten zu machen, es essen zu wollen. Der Appetit war ihr gänzlich vergangen. Fragend sah sie wieder zu ihrem Großvater auf. Wie ist das passiert?“

„Durch den fahrlässigen Umgang mit einem magischen Artefakt“, erklärte er sachlich. „Ich hätte es besser wissen müssen.“

„Der Ring war ein magisches Artefakt?“, schlussfolgerte sie und sah zum Schreibtisch, wo der zerbrochene Goldring nun lag. „Von wem?“

„Vorlost Gaunt“, erklärte Dumbledore schlicht.

Für ein paar Herzschläge lang stockte Zoe der Atem. „Vorlost?“, fragte sie mit zittriger Stimme.

Ihr Großvater nickte nur, nahm sich seiner Teetasse an und trank gemächlich einen Schluck. Sie ließ ihn dabei nicht aus den Augen.

Der Name Vorlost war ihr in Erinnerung geblieben. In ihrem zweiten Schuljahr hatte sie zusammen mit ihren Freunden den bürgerlichen Namen von Lord Voldemort erfahren.

Es war befremdlich, sich den Schrecken verbreitenden, schwarzen Magier, der so viel Angst schürte, menschlich vorzustellen. Doch vor über fünfzig Jahren war er selbst Schüler gewesen und zwischen den Mauern von Hogwarts gewandelt. Damals hatte man ihn unter dem Namen Tom Vorlost Riddle gekannt.

Die Frage stand Zoe deutlich ins Gesicht geschrieben, doch ihr Gegenüber ging nicht darauf ein, und so fasste sich die Slytherin ein Herz.

„Ist er … also ist er ein Verwandter von – Voldemort ?“

„Er war sein Großvater“, antwortete der Schulleiter und setzte die Tasse auf der Untertasse ab.

„Mein Urgroßvater“, stellte Zoe leise fest.

Albus Dumbledore nickte nur stumm und die Slytherin ließ sich in den Sessel zurücksinken und schwieg etwas, bevor sie fragte: „Warum hat er den Ring verflucht?“

„Es war nicht Vorlost, der ihn verfluchte, sondern Voldemort selbst.“

„Warum?“

„Dieser und einigen weiteren Fragen bin ich auf der Spur“, erklärte ihr Großvater ernst.

„Bist du deswegen so lange fort?“, wollte seine Enkelin wissen.

„Ja“, antwortete er schlicht. „Möchtest du nichts essen?“

„Gleich“, wehrte Zoe ab, „wird deine Hand wieder genesen?“

Albus Dumbledore sah an sich herab und betrachtete die unbeweglichen schwarzen Finger, während er nach einer lockeren Antwort suchte.

„Vermutlich wird sie nicht mehr die Alte werden“, erklärte er wahrheitsgemäß. „Dennoch, im Angesicht dessen, was der Fluch noch alles hätte bewirken können, kann ich mich mit dieser Bürde glücklich schätzen.“ Er lächelte, doch Zoe war das Lachen vergangen.

„Du musst besser auf dich aufpassen“, flehte sie und kämpfte gegen die Tränen an. „Für mich …“

Und damit war auch Albus Dumbledore das Lachen vergangen.

Die Angst war unerträglich.

Immer wieder spürte Zoe, wie scheinbar zusammenhangslos ihr Herz zu rasen begann. Dieses Gefühl ging mit einer inneren Unruhe einher, die sie veranlasste, ziellos durch das Schloss zu laufen.

Sie fühlte sich so ohnmächtig und hilflos, während sie nicht wusste, wie es ihren Freunden erging. Waren sie in Gefahr?

Harry war bereits in den vergangenen Jahren Ziel von Voldemorts Jagd gewesen und vor ein paar Monaten war der Sechzehnjährige auf eine List hereingefallen, die unter anderem Sirius Black das Leben gekostet hatte.

Niedergeschlagen blieb Zoe am Sockel einer Statue hocken und schlang die Arme um die Knie. All ihre Hoffnung auf ein gemeinsames Leben mit Sirius und Harry – ein familienähnliches – war zerschlagen worden und Sirius ein weiteres Opfer von Voldemorts Machenschaften.

So viele hatte Zoe bereits durch ihn verloren, so dass sie nun um alle bangte.

Ihre beste Freundin, Hermine, war eine Muggelgeborene und musste deswegen auf der Hut sein. Voldemorts Schergen terrorisierten seit Wochen das Land, machten Jagd auf Muggel und verübten sogar Anschläge in ihren Metropolen. Man konnte es täglich im Tagespropheten verfolgen, aber Zoe sorgte sich nicht nur um Hermine.

Ronald gehörte zu einer Familie, die unter den Anhängern Voldemorts als Blutsverräter galt, und Daphne und Astoria waren Reinblüter, deren Loyalität man gewinnen wollte.

Sie alle waren nun in Gefahr und das war kaum zu ertragen.

„Sie sind das Mädchen aus Albanien“, sprach eine hohe Stimme plötzlich. „Zoe, nicht wahr?“

Die Slytherin hob sachte den Kopf und erkannte die schimmernde Silhouette einer stolzen Frau mit hüftlangem Haar und einem Umhang, der bis zu ihren Füßen reichte. Es war die Graue Dame, der Hausgeist von Ravenclaw. Schon einmal hatte sie sich mit ihr über Zoes einstige Heimat unterhalten.

„Ja, guten Tag“, antwortete sie freundlich.

Die Geisterfrau lächelte selig und es wirkte zunächst so, als sei sie in alten Erinnerungen vertieft.

„Wie lange haben Sie dort gewohnt?“, fragte Zoe nach einer Weile.

Die Gestalt der schlanken Frau wandte sich ihr mehr zu und sah auf den Teenager herab. Dann sprach sie leise: „Nur kurz, aber es hat mein Herz berührt.“ Sie machte eine Pause, bevor sie fortfuhr. „Ich ging oft in den alten Wäldern spazieren und erfreute mich an ihrer Schönheit. Es half mir dabei, die Einsamkeit zu überwinden.“

„Sie waren alleine dort?“, fragte Zoe verwundert.

Die Augen des Geistes wurden unvermittelt größer, als habe er sich selbst dabei ertappt, zu viel gesagt zu haben. Sie drehte ab und wollte durch die gegenüberliegende Wand entschweben, doch Zoe hielt sie davon ab, indem sie murmelte: „Ich weiß genau, wie das ist … ich bin gerade ebenfalls einsam.“

Die Graue Dame verharrte mit dem Gesicht zum Stein und schwebte nur ein paar Zentimeter über dem Boden.

„Müssen Sie sich auch versteckt halten?“, flüsterte sie.

Zoe dachte kurz nach, doch im Grunde traf dies zu. Sie versteckte sich nicht nur, sie schottete sich vor dem Rest der Welt ab. Hogwarts war der einzige Ort, der noch sicher war.

Hogwarts würde immer sicher sein.

„Ja“, antwortete die Sechzehnjährige.

Der Geist wandte sich wieder zu ihr und sah sie aus seinen perlweißen Augen ernst an.

„Sie erinnern mich an einen Jungen“, erzählte sie.

„Einen Jungen ?“, wiederholte Zoe etwas pikiert.

„Auch er war einsam, sehr mitfühlend und vielleicht der Einzige, der mich je verstand.“ Sie kam wieder näher heran.

So nah, dass die Slytherin die schimmernde weiße Struktur ihrer Haut wahrnehmen konnte.

„Wir haben uns häufig unterhalten, obwohl er aus einem anderen Haus kam“, fuhr der Geist fort. „Dabei sprachen wir oft über Albanien. Er war ein sehr wissbegieriger junger Mann und ebenso unterschätzt und ungesehen wie ich zu meiner Lebenszeit. Sie tragen seine Aura in sich.“

Der Geist betrachtete sie auf eine Art und Weise, die sie zurückweichen ließ.

„Ich weiß nicht, was Sie meinen“, erwiderte sie unsicher.

„Sie sind ihm ähnlich“, sprach die Graue Dame und stierte sie an, als würde sie geradewegs durch das Mädchen hindurchsehen.

„Wie wer?“

„Tom Riddle.“

Zoe stolperte zurück und die Luft blieb ihr weg. Fassungslos starrte die Slytherin den Hausgeist von Ravenclaw an – geschockt über die Worte. Dann bildete sich ein faustdicker Kloß in ihrem Hals, der die Wut in ihrem Bauch einschloss, und sie fühlte sich schlagartig so, als würde sie explodieren. Die brodelnde Entrüstung in ihr schäumte auf und plötzlich hatte sie ihren Zauberstab in der Hand.

„DAS IST NICHT WAHR“, schrie sie und schoss einen Fluch auf den Geist.

Die Graue Dame entschwand kreischend durch die Wand und Zoes Zauber hinterließ einen rußigen Fleck an der Stelle, an der er auftrat.

„KOMM ZURÜCK!“, brüllte Zoe zornig und warf sich mit voller Wucht gegen die Wand, durch die der Geist entschwunden war.

„DAS IST NICHT WAHR!“, schrie sie abermals und hämmerte mit den Fäusten gegen das Gemäuer, bis es schmerzte.

Ihre Fingernägel kratzten über den Stein und schließlich sackte sie weinend auf die Knie. In ihre Fäuste beißend schrie sie zornig den Schmerz und den Ärger hinaus.

„WAS WEISST DU SCHON!“, brüllte sie durch den Korridor. „DU WEISST GAR NICHTS VON MIR!“

Weinend krümmte sie sich zusammen und drückte die Hände vors Gesicht, schnappte nach Luft, weinte weiter und weinte schließlich so lange, bis sie zu erschöpft für weitere Tränen war. Zitternd vor Kälte kam Zoe allmählich wieder zu sich.

Die Fackeln an den Korridorwänden hatten sich bereits entzündet. Ihr Kopf pochte unerträglich und ihre Augenlider waren so geschwollen, dass es ihr schwerfiel, die Augen offen zu halten. Im diesigen Licht fiel Zoes Blick auf ihren Zauberstab, der am Boden lag.

Sie streckte ihren Arm danach aus und erinnerte sich in dem Moment, als sie den warmen Schaft des Tannenholzstabes berührte, an die Worte des Zauberstabmachers Mr Ollivander.

‚So sehr Sie Ihrer Mutter optisch ähneln, so sind Sie doch zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten.’

Zoe schauderte unwillkürlich.

„Das ist nicht wahr“, brachte sie kraftlos hervor, als sie an die Worte des Geistes dachte.

Doch warum hatte die Graue Dame sonst den Schatten der Schlange in ihr erkannt?

Zoe sprach Parsel und sie hatte erst vor ein paar Wochen einen der Unverzeihlichen Flüche auf Bellatrix Lestrange gewirkt, ohne dass er fehlschlug.

Vielleicht stammte all die Wut und der Zorn in ihr von seinem Erbe.

Der Griff um ihren Zauberstab wurde so fest, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortraten, doch es war erst der schmerzende Kiefer, der sie ihren Körper wieder spüren ließ. Bewusst lockerte sie die Muskeln und steckte schließlich ihren Zauberstab in ihren Umhang.

Es war vielleicht möglich, dass sie gar nichts dafür konnte, dass sie sich so verhielt, wie sie das seit einigen Wochen tat. Zoe hätte sich so viel mehr von der Großherzigkeit und Offenheit ihres Großvaters gewünscht, doch sie schien derzeit ohnmächtig, irgendetwas davon zu fühlen.

Vielleicht konnte sie nichts dafür.

Vielleicht lag es an ihrem Erbe.

Und mit diesen düsteren Gedanken schleppte Zoe sich zurück in den siebten Stock und verbarrikadierte sich in ihrem Zimmer, wo sie schon bald in einen unruhigen Schlaf verfiel.

Etwa zur gleichen Zeit zog Albus Dumbledore seinen Umhang enger um die Schultern, als er die Festung erreichte. Der eisige Wind pfiff erbarmungslos durch das kahle Gebirge und machte selbst vor der Senke, in der der Turm lag, keinen Halt. Dumbledore war erleichtert, als er schließlich am Fuß des düsteren Bauwerks stand.

Die Nebelwächter, die reglos an beiden Seiten des Eingangs wachten, forderten ihn mit heulender Stimme auf, seinen Zauberstab abzugeben. Albus tat es widerwillig, wohlwissend, dass es die einzige Möglichkeit war, den Hochsicherheitstrakt zu betreten. Ohne einen Blick auf die in den Stein gemeißelte Inschrift über der Tür zu werfen, schritt er hinein.

Kein Besucher durfte magische Gegenstände mit sich führen. Doch was man ihm nicht abgenommen hatte, sondern lediglich kontrollierte, war ein kleines, sorgfältig verschnürtes Päckchen, das er nun umso fester in der Hand hielt, je weiter er vordrang.

Er zählte die endlosen Treppenstufen längst nicht mehr – das hatte er vor vielen Jahren aufgegeben. Und doch konnte er nicht verhindern, dass sein Herz mit jedem Schritt einen Takt schneller schlug. Nach all den Jahren war es immer noch so. Für einen flüchtigen Moment fühlte er sich wieder jung.

Er ging an einigen Wächtern, die ihn keines Blickes würdigten, vorbei, durchschritt eine magische Barriere, und nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er schließlich die letzte Stufe erklommen. Als er durch eine weitere Schleuse trat, schlug sein Herz heftig und eindringlich, bevor sie mit einem dumpfen Geräusch hinter ihm zufiel.

Dann, nach einigen Atemzügen, öffnete sich endlich die letzte schwere Tür, die ihn noch von seinem Ziel trennte, und Albus schritt mit zittrigen Knien hindurch.

Hinter ihm schloss sie sich wieder.

Er befand sich nun in einem kreisrunden Turmzimmer. In der Luft hing die Feuchtigkeit und das schummrige Tageslicht fiel wie ein fahler grauer Streifen durch einen handbreiten Spalt im Mauerwerk. Es roch nach kaltem Stein und Resignation und seine Augen brauchten einen Moment, um sich an das Dämmerlicht zu gewöhnen.

Auf dem schmalen Bett, das vor ihm stand, regte sich etwas – langsam, fast widerwillig.

Albus Dumbledore wartete schweigend. Aus dem Knäuel von Lumpen arbeitete sich eine Gestalt hervor, deren Veränderung Albus auch nach all den Jahren den Atem raubte. Das einst goldene Haar hing nun in grauen, verfilzten Strähnen herab und die Haut spannte sich pergamentdünn über die hervortretenden Wangenknochen. Als der Mann aufrecht saß, starrte er seinen Besucher unverhohlen an. Sie waren in etwa im gleichen Alter, doch auf dem ausgemergelten Gesicht lag keine Spur von Freude, nur ein Schatten von Verbitterung. Mit rauer, kratzender Stimme, die klang, als benutze er sie nur selten, sprach er schließlich: „Warum bist du gekommen? Seit Monaten hast du dich nicht mehr blicken lassen. Warum jetzt?“

Albus ließ sich von dem rauen Umgangston nicht beirren. Er wusste, dass er aus Kränkung sprach. Seine Stimme war ruhig, beinahe sanft, als er erwiderte:

„Ich wollte dir einen letzten Besuch abstatten. Komme ich etwa ungelegen?“

Zur Antwort stieß der Mann nur ein unwilliges Knurren aus.

Er wirkte verwahrlost. Das Haar war strähnig und verfilzt und der mittellange Bart schmutzig. Die Lumpen, die seinen dürren Körper bedeckten, glichen eher einem Sack als wirklicher Kleidung.

Albus Dumbledore ließ seinen Blick über den strohbedeckten Boden schweifen, dessen Steinplatten so eisig waren, dass er die Kälte durch die Schuhsohlen hindurch spürte. An den Außenmauern stapelten sich Bücher wie die Steine des Gemäuers. Dutzende, vielleicht auch Hunderte. Manche reichten bis zur Decke, andere waren zu wackeligen Türmen aufgeschichtet und jedes dieser Bücher stand für einen Besuch von ihm.

„Ich habe dir ein neues mitgebracht“, sprach er schließlich.

Der Häftling erhob sich schwerfällig vom Bett und kam gerade nah genug heran, dass er das Päckchen aus den Händen seines Besuchers nehmen konnte. Dann wankte er zurück zur Holzpritsche und ließ sich wieder darauf nieder.

Albus nahm unterdessen an dem hölzernen Tisch Platz und entzündete den Kerzenstummel auf herkömmliche Weise, mit einem Schwefelholz.

Beängstigende Schatten tanzten an den Wänden des kreisrunden Raumes und ließen das eingefallene Gesicht des Sträflings noch gespenstischer erscheinen.

Inzwischen hatte dieser das Packpapier grob vom Gegenstand gerissen und achtlos zu Boden fallen lassen. Kaum jedoch fiel sein Blick auf den Titel des Buches, verdüsterte sich seine Miene augenblicklich.

„Du willst mich verhöhnen!“, knurrte er und deutete mit dem Märchenbuch wie eine Anklage in Richtung seines Besuchers.

„Das möchte ich keinesfalls!“, erwiderte Albus mit Festigkeit.

Skeptisch ließ der verwahrloste Mann seinen Blick über den abgegriffenen Umschlag gleiten. Seine Mundwinkel zuckten, als kämpfe er gegen ein Gefühl an, das er nicht zulassen wollte. Doch schließlich konnte er der Versuchung nicht widerstehen und begann, langsam in dem Buch zu blättern.

Seite um Seite.

Mit einer Sorgfalt, die fast zärtlich wirkte.

Für einen kurzen Moment schien er seinen Besucher vollkommen vergessen zu haben. Das alte Märchenbuch fesselte seine Gedanken, als riss es ihn zurück in eine Zeit, in der Träume noch jung und verheißungsvoll gewesen waren.

Alles hatte mit diesem unscheinbaren Buch begonnen.

Gellert Grindelwald schlug schließlich die letzte Seite von Die Märchen von Beedle dem Barden um und ließ den Einband mit einem lauten Geräusch zuklappen.

Alles hatte wegen diesem Buch geendet.

Seine Augen blitzten düster auf, als er von dem Märchenbuch zu seinem Besucher aufsah. Seine Stimme war hart, vorwurfsvoll, als er fragte: „Warum sonst hast du es mitgebracht?“

„Nun“, begann Albus ruhig, „gewissermaßen als Einleitung … Ich möchte dir von einer neuen Entdeckung berichten.“

Gellert zischte missbilligend, doch in seinen Augen loderte unübersehbare Neugier. Beide schwiegen und hielten einander nur mit Blicken fest.

„Albus …“ Gellerts Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern, angefüllt mit fiebriger Erwartung. „Sag nicht, du hast den Stein gefunden!“

„Das habe ich“, erwiderte Albus sachlich und beinahe nüchtern.

„Bei Merlin!“ Der Gefangene war erstaunlich geschmeidig von seiner harten Holzpritsche aufgesprungen. „Erzähl mir davon! Wo war er? Wie hast du ihn aufgespürt? Wo ist er jetzt?“

Ein schmaler, fast schmerzlicher Stich durchzuckte Albus’ Brust.

Vielleicht, weil der alte Eifer des Mannes so ungebrochen war.

Vielleicht, weil Gellert Grindelwald seine Fehler nie eingesehen hatte.

Vielleicht aber auch, weil er noch immer so verzweifelt an einer Wahrheit festhielt, die längst verloren war.

Vielleicht.

„Er kam in den Besitz des Erben Slytherins“, begann Albus mit ruhiger Stimme zu erzählen. „Und es wurde ein Schmuckstück damit angefertigt: ein Ring. Den Stein habe ich eigentlich nur durch Zufall gefunden, denn ich war auf der Suche nach etwas ganz anderem. Nun, wie sich herausstellte, war der Ring verflucht, um das Erbe zu schützen … was ich, offen gestanden, in jenem Moment nicht bedacht habe.“

Er machte eine kurze Pause, senkte den Blick, musterte seine verkohlte Hand und bemerkte, dass Grindelwalds Augen den seinen gefolgt waren.

„Und darum“, fuhr er leise fort, „bin ich heute hier. Um deine vorangegangene Frage zu beantworten.“

Gellert Grindelwald trat näher an den Tisch, an dem Albus im flackernden Kerzenschein saß, und betrachtete dessen Hand mit einer Mischung aus regloser Faszination und eiskalter Distanz. Doch nach einem Moment schüttelte er langsam den Kopf.

„Du hast ihn berührt?“ Seine Stimme klang rau und ungläubig. „Sie wären nie echt gewesen, Albus. Du Narr!“

Wut und Enttäuschung mischten sich in seine Worte. Dumbledore jedoch lächelte gequält und sprach: „Nun, wie du siehst, mache auch ich Fehler.“

Da brach ein kurzes, bellendes Lachen aus Gellert hervor, das in dem kargen Raum widerhallte.

„Du hättest sie vereinen können, Albus! Du hättest Herr über den Tod werden können! Und was hast du getan?“

„Ich strebe nicht mehr danach, sie zu vereinen“, erwiderte Albus ernst und mit fester Stimme.

Das höhnische Lachen, das darauf folgte, war wie ein Messerstich. Es hallte von den Steinwänden wider, spottend und verletzend. In all den langen Jahren, dachte Albus, hatte Gellert nichts dazugelernt.

„Und wofür kommst du dann hierher?“, fauchte er. „Um mir mitzuteilen, dass du versagt hast?“

Albus schwieg einige Sekunden. Dann betrachtete er zuerst seine Hand, bevor er in das Gesicht des Mannes vor ihm sah. Ein Gesicht, das ihm so vertraut war, dass es ihm selbst nach all der Zeit schmerzte.

„Voldemort ist wieder an der Macht, wie ich dir schon bei meinem letzten Besuch berichtet habe“, sprach er schließlich mit leiser Sachlichkeit. „Und es wird der Tag kommen, da er dich aufsuchen wird.“

Gellert verzog das Gesicht zu einer Grimasse.

„Sofern er nicht zuvor selbst eingesperrt wird in einen trostlosen Turm aus kaltem Stein!“, spie er voller Bitterkeit aus.

„Das halte ich für unwahrscheinlich“, entgegnete Albus nüchtern. „Voldemort wird sich niemals ergeben. Er hat – anders als du – keinen Anreiz dazu.“

Gellert schnaubte abfällig und musterte ihn mit seinen tiefliegenden Augen, in denen es finster glomm. Seine Kiefer mahlten unmerklich. Zwischen der unverhohlenen Abneigung in seinem Blick war jedoch noch etwas anderes. Etwas, das Albus Dumbledore ohne Worte verstand. Etwas, das keiner von ihnen jemals ausgesprochen hatte und vielleicht auch niemals aussprechen würde.

Schließlich wandte sich der hagere Gefangene ab und ging hinüber zu dem schmalen Schlitz im Mauerwerk, den er als Fenster bezeichnete.

„Also … was erwartest du von mir?“ Seine Stimme klang ruhig, doch in seinem Blick lag das Wissen, dass er die Antwort längst ahnte.

„Verleumdung“, erwiderte Albus, während er ein Bein über das andere schlug.

„Und wenn er mir nicht glaubt?“ Gellert drehte sich um. „Glaubst du, er wird sich bedanken und einfach wieder verschwinden? Dich in Ruhe lassen?“

„Wenn alles nach Plan läuft, dann wird es nicht von Bedeutung sein, ob er dir glaubt. Es ist meine Absicht, seine Macht zu brechen, noch ehe er dich erreicht. Dennoch wünsche ich-“

„Du willst was?!“ Gellerts Stimme explodierte förmlich, und mit einem einzigen Satz war er über den Raum hinweg bei seinem Besucher, blieb nur einen Schritt vor ihm stehen. Zitternd vor Wut hob er den Finger und deutete auf sein Gesicht. „Das kannst du nicht tun, Albus! Du hast nicht das Recht dazu! Dieser Zauberstab ist ein Relikt, ein Meisterwerk der Magie, ein Artefakt. Er ist nie Eigentum von irgendwem, nur ein Gefährte, bis der Nächste ihn erobert. Du hast kein Recht, ihn zu zerstören!“

Albus Dumbledore lehnte sich leicht in seinem harten Holzstuhl zurück. Er zwang sich zur Ruhe, obwohl sein Herz schmerzte. Er hatte mit dieser Reaktion gerechnet, und doch hatte er insgeheim gehofft, es würde anders sein.

„Ich werde ihn nicht zerstören“, erklärte er schließlich mit ruhiger Stimme. „Mir schwebt vor, seine Macht zu brechen und damit die Spirale aus Gewalt, Grausamkeit und Leid zu beenden. Ich werde als sein letzter wahrer Gebieter sterben. Danach wird der Elderstab nichts weiter sein als ein gewöhnlicher Zauberstab. Nicht mehr und nicht weniger.“

Gellert ließ den Finger sinken. Sein Blick verlor plötzlich jeden Zorn, wurde leer, während er Albus lange musterte. Dann sah er herab auf dessen schwarze Hand und wieder hinauf in das Gesicht seines einzigen Besuchers all dieser Jahre.

Schließlich wankte er zurück, bis seine Knie gegen die Holzpritsche stießen, und ließ sich schwer auf das Bett sinken. Schweigend saß er da. Nur das Flackern der Kerze war zu hören. Als er sich bewegte, spürte er etwas Hartes unter sich.

Er zog es hervor und starrte es einen Moment lang an: das Märchenbuch.

Und sein Blick wurde weich und wehmütig.

Alles hatte mit diesem Buch begonnen. Ihre Träume. Ihre Freundschaft. Ihre großen verwegenen Pläne … und es endete in jenem dunklen und kalten Gefängnis.

„Ist das … das Buch von damals?“, fragte Gellert mit brüchiger Stimme.

„Eine Kopie davon“, erwiderte Dumbledore leise. „Das Original werde ich einer jungen Hexe geben, die Bücher mehr liebt als alles andere.“

Stille senkte sich über den Raum. Doch es war keine beklemmende, verzweifelte Stille. Es war eine Stille, die sich fast wie eine zarte Decke zwischen sie legte – voller Traurigkeit, aber auch voller Frieden.

Als schließlich die Zeit für den Abschied gekommen war, erhob sich Albus schwerfällig. Am Türrahmen hielt er noch einmal inne und wandte sich zu Gellert um.

Sein Blick blieb kurz an ihm haften, länger, als er es beabsichtigte. Ein Teil von ihm wollte zurückgehen, ihn ein letztes Mal berühren. Doch er zwang sich, stehenzubleiben.

„Lebe wohl, Gellert“, sagte er stattdessen leise.

Die Augen seines Gegenübers waren in diesem Moment fast unlesbar. Doch dann nickte er langsam, als wisse er ebenso, dass es nun wirklich das letzte Mal war.

„Lebe wohl, Albus.“

Ihre Blicke hielten sich noch, bis die dicke Stahltür sich zwischen ihnen schloss.

Albus spürte, wie ihm das Herz schwer wurde, als er die Stufen des Turms hinabstieg. Mit jedem Schritt wuchs der Kloß in seiner Kehle. Das Stechen in seiner Brust wollte einfach nicht weichen, selbst nicht, als er schließlich hinaustrat in die kalte und klare Bergluft.

Unten am Fuß des Turms blieb er noch einmal stehen und wandte sich um. Sein Blick suchte die Inschrift über dem Torbogen, doch die Worte verschwammen bereits hinter einem Schleier aus Tränen. Trotzdem wusste Albus genau, welche Worte dort eingemeißelt waren – jener Satz, der für sie beide einst die Welt bedeutet hatte.

Dort, hoch über dem Eingang von Nurmengard, hatte Gellert Grindelwald ihn eigenhändig in den Stein geschlagen:

Für das Größere Wohl.

Doch wofür?

„Bist du bereit?“, fragte ihr Großvater, als er im Türrahmen von Zoes Zimmer erschien.

Die Sechzehnjährige brummte nur zur Antwort und hob den Kopf nicht einmal vom Magazin, das zwischen ihren Ellenbogen auf dem Bett lag.

„Wie bitte?“, hakte er freundlich nach.

„Fast“, presste Zoe durch die Zähne hindurch.

Albus Dumbledore betrachtete seine Enkelin zunächst, dann trat er ruhig in das Zimmer des Teenagers ein und ließ den Blick über die sorgsam verstreuten Gegenstände am Boden gleiten: Ein aufgeschlagenes Verwandlungs-Lehrbuch lag neben einem zerknüllten Pergament, ihr Schulumhang hing vom Stuhl herab und Socken unterschiedlichster Art dekorierten den Teppich. Auf dem Nachttisch stapelten sich die ungeöffneten Briefe ihrer Freunde.

„Es macht beinahe den Anschein, als wolltest du Hogwarts gar nicht verlassen“, sprach er schließlich in einem lockeren Plauderton.

Zoe bedeckte mit den Händen, die zuvor ihren Kopf abgestützt hatten, das Gesicht und atmete tief durch. Dann rollte sie sich schwerfällig auf den Rücken und blieb unentschlossen liegen.

„Doch! Aber …“, sie suchte kurz nach Worten, „ich weiß nicht …“

„Du weißt nicht?“

„Ja.“ Sie rappelte sich zum Schneidersitz auf, mied jedoch den direkten Blickkontakt zu ihrem Großvater. „Ich weiß nicht … Ob das eine so gute Idee ist …“

Albus Dumbledore setzte sich auf eine nicht von Kleidern belagerte Ecke des Bettes und fragte sanft: „Warum glaubst du das?“

„Naja“, druckste sie herum, „hier in Hogwarts ist es sicher, oder? Und im Fuchsbau, da … also … ich habe Angst …“ Ihre Stimme riss ab.

„Zoe“, ihr Großvater griff mit seiner gesunden Hand die seiner Enkeltochter. „Ich würde dich niemals wissentlich in Gefahr bringen, das weißt du doch. Das Zaubereiministerium hat wegen Harrys Besuch bereits den höchsten Sicherheitsstandard auf den Fuchsbau angewendet, den es aufbringen kann. Das Haus ist mit Zaubern und Bannen geschützt, die Post wird kontrolliert und das Anwesen überwacht. Außerdem sind Arthur und Molly Weasley fähige Zauberer und sie werden von Auroren unterstützt. Ich habe keine Bedenken, dass du in ihrer Obhut genauso sicher sein wirst, wie du es hier bist.“

Er machte eine kurze Pause und sah dabei zu, wie Zoe mit dem Saum eines unter ihr liegenden Umhangs spielte. Als sie jedoch nicht antwortete, fuhr er fort: „Wenn du natürlich lieber hierbleiben möchtest-“

„Will ich nicht!“, widersprach sie sofort und sah zu ihm auf. „Ich mache mir nur Sorgen …“

„Das musst du nicht“, versprach ihr Großvater und drückte ihre Hand kurz. „Nicht für die Angelegenheiten, die in meinen Aufgabenbereich fallen.“

„Okay“, brachte Zoe heiser hervor und zwang sich zu einem Lächeln. Ihr Blick schweifte durch das Zimmer. „Dann muss ich noch packen …“

„In Ordnung.“ Albus Dumbledore erhob sich schmunzelnd. „Die Familie Weasley und deine Freundin Miss Granger werden sich über diese Entscheidung sicher freuen.“

„Was ist mit Harry?“, fragte die Slytherin und ihr Großvater stoppte abermals im Türrahmen und wandte sich zu ihr um.

„Ich werde ihn im Anschluss bei seinen Verwandten abholen“, erklärte er.

„Können wir das nicht zusammen tun?“

„Es wird vermutlich ein wenig Zeit beanspruchen, Zoe, da ich mit Harry, noch einem alten Kollegen, einen Besuch abstatten werde.“

„Einem Kollegen?“ Neugierig rutschte sie vom Bett herunter. „Wozu?“

„Um ihn darum zu bitten, seinen Ruhestand zu unterbrechen, um erneut an Hogwarts zu unterrichten.“

„Ah“, bemerkte Zoe und zog ihren Koffer unter dem Bett hervor, „aber was hat Harry damit zu tun?“

„Oh, Horace ist einer der vielen Bewunderer von Harry und seine Anwesenheit verschafft mir womöglich einen gewissen Vorteil“, erklärte ihr Großvater mit einem Schmunzeln auf den Lippen. „Und da die Auswahl der zur Verfügung stehenden Anwärter immer rarer wird, möchte ich es vermeiden, dass er meine Bitte ausschlägt. Aus diesem Grund ziehe ich es vor, dich zuvor am Fuchsbau abzusetzen.“

„Schon gut“, murrte sie wenig begeistert und widmete sich weiterhin ihrem Koffer.

Für ein paar Sekunden blieb Albus Dumbledore noch im Türrahmen stehen und sah auf Zoe herab. Dann jedoch zog er die Tür hinter sich ins Schloss und ging zurück ins Schulleiterbüro.