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29I Eine Einladung

Zwischenfarben — www.fanfiktion.de · All chapters

29I Eine Einladung

Schönen Sonntagabend zusammen, heute gibt es wieder ein neues Kapitel der „Zwischenfarben“.

Freue ich auf eure Eindrücke!

Liebe Grüße

Philander

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Zwischenfarben

© philander

2 9 I Eine Einladung

Als ich am Abend vom See zurückkomme, hoffe ich, Jaron zu sehen, aber er scheint noch nicht zu Hause zu sein. Mit einer Flasche Bier mache ich es mir auf einem der Fenstersimse in Sebastians Zimmer gemütlich. Die Simse in der Wohnung sind so tief und breit, dass du bequem darauf sitzen kannst, ohne die Knie anwinkeln zu müssen. Sebastian hat sich mit Polstern und Kissen darauf Nischen eingerichtet und ich sehe ihn vor mir, wie er dort sitzt, hinausschaut, nachdenkt, liest, vielleicht ein wenig träumt. Ich schließe die Augen, lausche den Lebensgeräuschen des lauen Münchner Sommerabends - fernes Lachen, Musik, irgendwo fährt ein Auto vor - und versuche, einfach nur zu sein.

Ein guter Tag liegt hinter mir, das Gespräch mit Valentin klingt noch nach. Ein netter Junge, und obwohl ich mich nicht in Sebastians Beziehungen einmischen möchte, hoffe ich irgendwie, dass die Initiative des mutigen Kerlchens etwas in Bewegung bringt. Aller Realismus, der mit meinem Beruf zwangläufig einhergeht, konnte meinen Wunsch nach gelingenden Beziehungen bisher nicht ausradieren. Ich glaube fest daran, dass sie gelingen können, auch wenn meine eigene ziemlich angeschlagen ist.

Die Tage hier bringen einiges in Bewegung, wie mir scheint. Der Abstand zu meinem Leben zu Hause, zu Birger, sogar zu Urs und die Gespräche mit Jaron lenken einerseits meinen Blick noch mehr auf mich, weiten ihn jedoch zugleich auf andere und anderes, das außerhalb meiner selbst ist – und diese Weite kam in meinem Gedankenkarussell bisher vielleicht zu kurz. Manchmal braucht man jemanden, der das Karussell anhält und einem die Hand beim Aussteigen reicht. Genau das hat Jaron getan und mein Herz und mein Kopf scheinen langsam wieder eine gemeinsame Sprache zu finden.

Der Feldmochinger See ist im Vergleich zum Bodensee klein und während ich mein Schwimmtempo heute extrem steigerte, um mich ein bisschen auszupowern, sehnte ich mich währenddessen nach „meinem“ See und als ich heute dem Ufer des Feldmochinger "Seechens" näherte, tauchte plötzlich das Bild eines auf mich wartenden Birger vor meinem inneren Auge auf. Bis zu der Sache mit Max machte mich das extrem an, wenn er morgens da stand, wenn er mich manchmal ins Badetuch wickelte und abrubbelte, mich küsste und seine Erregung  an mich presste. Das waren nicht nur höchst erotische, sondern auch sehr schöne Momente und mich fröstelt, wenn ich daran denke, wie schal sie nach der Max-Sache schmeckten und begannen, ihren Reiz zu verlieren. So, wie auch wir uns verloren haben. Das sehe ich nach wie vor so, was sich jedoch geändert hat, ist mein Wunsch, nach dem Verlorengegangenen intensiver zu suchen und es nicht einfach der Vergangenheit zu überlassen.

„ Da bist also“…

Jarons weiche Stimme reißt mich aus meinen Gedanken und wir lächeln uns beide unwillkürlich  - und lange – an. Ich frage mich, ob ich mich in ihn so richtig verlieben könnte und gestehe mir ein, mich in seine Stimme, sein Lächeln, seine blauen Augensterne, seine selbstverständliche Unangepasstheit  in der Tat schon verliebt zu haben.

„Hey – schön, dass du noch vorbeischaust“, antworte ich leise und fühle mich ertappt, weil ich enttäuscht gewesen wäre, ihn heute nicht mehr zu sehen.

„Ja, der Tag war lang“, antwortet er und reibt sich müde übers Gesicht. Er wirkt angestrengt, erschöpft.

„Hast du schon was gegessen?“ frage ich und bemerke, dass dies eine Frage ist, die sowohl Urs als auch Birger stellen würden.

„Ja, niemand verlässt das Haus meiner Eltern ohne vollgestopft zu werden“.

Er war also bei einem Familientreffen.

„Nach einem ellenlangen Meeting war ich noch bei meiner Familie, mein - vor mir - jüngster Bruder ist chronisch krank und muss wieder in die Klinik und bei uns in der Familie berührt immer alles alle, weißt“.

Mehr sagt er nicht.

„Das versteh‘ ich, als Sebastian so krank war,  dass wir nicht wussten, ob er überlebt, waren wir alle wie paralysiert. Nur…Birger…“, ich weiß nicht, warum ich den Satz nicht zu Ende spreche.

„…wusste, was zu tun ist“, vervollständigt Jaron ihn für mich. „Mein ältester Bruder, Jakob, ist auch so, wenn alle durcheinander reden, dann ist er die Ruhe in Person und die Stimme der Vernunft…so jemand braucht’s halt, wenn die anderen im Gefühlschaos fast ersticken“.

Wieder reibt er sich über das Gesicht, um seine Erschöpfung zu vertreiben.

„Weißt was? Sieht gemütlich aus, wie du da sitzt, aber ich glaub nicht, dass wir beide da rein passen. Komm – wir machen es uns hinten bei mir im Gärtchen schön, Bier hab ich auch da“, schlägt er vor und wer bin ich, dazu nein zu sagen?

Ich erfahre, dass sein jüngster Bruder Joel heißt, alleinerziehender Vater eines zehnjährigen Sohnes ist, Diabetes hat und immer mal wieder in die Klinik muss, was nicht nur seinen Sohn ängstigt. Jarons Familie kümmere sich um den Kleinen natürlich, das sei kein Problem,  das manchmal unvernünftige Verhalten seines Bruders jedoch schon, ergänzt er und sein allgegenwärtiges Lächeln ist nun vollkommen verschwunden.

Er erzählt auch von seinem Meeting, das etwas zäh gewesen sei und ich berichte  ihm von meinem unverhofften Besuch, der ihn absolut begeistert und seine Stimmung sichtlich verbessert:

„Respekt! Der Bub hat Mut!“, grinst er.

Es wird wieder ein unheimlich schöner Abend, die Luft ist angenehm warm, so dass wir bis nachts um drei draußen sitzen bleiben, reden, schmunzeln, lachen, schweigen - uns immer besser kennenlernen. Jaron wirkt nicht mehr so erschöpft und wir beide fühlen, glaube ich, wie ein unsichtbarer Weber ein dichtes Geflecht zwischen uns webt. Meinetwegen könnten wir diese Nacht hier draußen bleiben und die nächste auch.

„Ich denke, heut Nacht schläft besser jeder in seinem Bett“, sendet Jaron leider ein Signal, das mich etwas überrascht, „… besser, wenn die Grenzen nicht zu sehr verwischen, meinst nicht?“

„Bin ich dir gestern Nacht zu nahe gekommen?“, frage ich – plötzlich verunsichert.

„Nein“, lächelt er sanft, „nicht zu nahe, aber so nahe, dass ich gern noch mehr Nähe gehabt hätte… aber das, was zwischen uns entstehen kann an Freundschaft und Verbundenheit, hat viel Potenzial, wir sollten es nicht aufs Spiel sollten – und das würden wir“.

Als ich nichts darauf erwidere, fügt er hinzu: „Ich glaube wirklich, zwischen uns ist schon jetzt etwas ganz Eigenes, etwas das sich nicht ohne Weiteres zwischen beliebigen Menschen einfach so ereignet und ich würd‘ es gern wachsen lassen! Und…für ein Rebound bin ich mir zu schade und zu Geliebten taugen wir sowieso nicht. Nicht zu vergessen, gibt’s da deinen Birger, und auch wenn du noch unsicher bist und vielleicht auch noch verletzt, seid’s ihr nach meiner Einschätzung  noch lange nicht fertig miteinander, und wenn ich dir einen kleinen Schubs in diese Richtung geben kann, freut mich das sehr. “

„Das hört sich sehr rational an…“, wende ich ein, obwohl ich weiß, dass er Recht hat.

„Würdest gern ein bissl umworben werden, hmm?“, lacht er daraufhin gutmütig und klopft mir auf die Schulter , „ich mag dich, wirklich! Und ich find dich sehr sehr anziehend, aber ich hab Recht und du weißt das, glaube ich, auch“

Ja, das weiß ich, dennoch würde ich nochmals gerne eine Nacht mit ihm verbringen, seine Hand halten und neben ihm einschlafen, das wäre schön, auch ohne miteinander zu schlafen. Aber seine Bedenken sind mehr als gewichtig,  deshalb nicke ich zustimmend.

„Weißt du, es sind nicht nur die 15 Jahre, die dich und Birger verbinden, es ist das, was ihr euch all die Jahre bedeutet habt, und das ist nach meinem Empfinden sehr viel, zu viel, um es ohne einen neuen Versuch aufzugeben“.

„Das hab ich schon verstanden“, sag‘ ich leise, „ich bin dir nur sehr gerne nahe. Du tust mir unheimlich gut, aber ich will dich nicht ausnutzen, sondern würde dir sehr gerne etwas zurückgeben…“.

„Das weiß ich. Aber wenn zwei Menschen emotional gerade nicht auf sicherstem Boden stehen und sich dann begegnen, rutschen sie manchmal in was rein, was sie bei genauerem Hinsehen nicht wollen und später bescheuert finden…denkst nicht?“

„Ja…Darf ich dich dennoch umarmen?“, frage ich, bevor er über die Wendeltreppe in seiner Wohnung verschwindet.

„Aber sicher“, lächelt er und drückt sich lange und fest an mich: „Danke für gestern Nacht…sie war unheimlich schön und sie hat mir vor Augen geführt, was ich in meinem Leben verändern muss“, flüstert er.

Darauf drücke ich ihn noch fester an mich, er schmiegt seinen Kopf an meinen Hals und ich lege meine Wange auf seine weichen Haare, die leicht nach Minze riechen.

Was wir gerade erleben, ist ein Augenblick, der dazu führen könnte, dass ich fremdgehe – denn die Nähe, die ich zu Jaron empfinde, ist wahnsinnig verführerisch…

„Du, ich glaube, ich werde früher nach Hause fahren als ich vorhatte“, sage ich leise und nach einer kleinen Pause, „wahrscheinlich denkst du, ich spinne, aber ich fände es unheimlich schön, wenn du ein paar Tage mitkämst, um mein Zuhause, Urs und vielleicht auch Birger kennenzulernen, aber v.a., damit  du dich ein bisschen erholen kannst. Ich wohne wunderschön, in einem nicht allzu großen Häuschen direkt am See, habe ein Gästezimmer und die Schweiz ist nicht weit …“.

„Ich brauch kein Gästezimmer, ich hab einen Bus, wenn ich den irgendwo abstellen kann…“.

„Heißt dass, du kannst dir vorstellen mitzukommen?“

Er überlegt nicht lange: „Ja…sehr gerne. Mir wird es gerade ein bisschen eng. Ich muss hier weg und zu Ludwig und Andreas will ich noch nicht zurück…heute Nachmittag gab’s mitten in dem Meeting einen Augenblick, in dem ich kaum Luft bekam – ich muss wirklich was ändern... Das weiß ich schon eine Weile, aber seit den Gesprächen mit dir, schreit mir mein Spiegelbild morgens entgegen: ,Tu was! Lass dich nicht so treiben‘ …also ja, ich würde gern mitkommen, auch wenn ich nicht lange bleiben kann, aber ein paar Tage…du hast Recht, ein paar Tage, an denen ich mich um nichts kümmern muss, niemand von mir etwas erwartet… ich glaube, ich brauche das – danke dir!“

„Das freut mich sehr und ich danke dir, kann dir gar nicht sagen, wie sehr“.

Ich drück ihn noch einmal an mich und beschließe, meine – für mich absolut atypische – Spontaneinladung,  nicht zu hinterfragen, wenn ich später im Bett liege.

Die folgenden Tage vergehen wie im Flug. Tagsüber bin ich meist für mich, aber abends fast immer mit Jaron zusammen, der zwischen Meetings und seiner Familie nur so hin- und herzuflitzen, sich aber während unserer Zweierabende immer zu entspannen scheint.

Als Sebastian, dessen Auftrag sich unterwartet in die Länge zieht, anruft und fragt, ob es für mich ok sei, wenn er weitere Tage in Innsbruck bleibe, weil er mit einem Freund wandern gehen wolle, kann er es nicht lassen, mich ein bisschen aufzuziehen: „Ich vermute, du hast ohne mich sowieso keine Langeweile…zusammen mit Herrn Andermann “.

Aber ich höre das Augenzwinkern in seiner Stimme und lächle: „Es ist nicht so, wie es aussieht. Er ist ein toller, Mensch, ja, ein wahnsinnig guter Zuhörer und seine Sicht auf die Dinge, entlastet und entspannt mich…aber mehr ist da nicht“.

„Das ist gut, Großer, das ist gut, dass du jemanden gefunden hast, mit dem du ungehemmt und auf Augenhöhe reden kannst“, antwortet er sanft.

„Hey, ich wollte es dir eigentlich erst sagen, wenn du wieder zurück bist, aber du hattest vor ein paar Tagen Besuch von Valentin, er wollte dich sprechen, und da du nicht da warst, kamen wir ein bisschen ins Gespräch“.

„Annes Sohn?“

„Wenn Anne deine Ex ist, dann ja“.

An Sebastians intensiveren Atemgeräuschen höre ich, wie sehr ihn die Information überrascht.

„Er hatte Angst, dass du nicht ihm reden willst oder dass du jemand Neuen hast. Dass er all das mit dir selbst klären muss, weiß er“.

Und dann warte ich gefühlte fünf Minuten, bis Sebastian endlich antwortet.

„Unsere Beziehung dauerte zwar keine Jahre, aber ich hätte mir vorstellen können, mit ihr lange zusammen zu bleiben“, sagt er schließlich. „Das Antiverhalten Valentins kam für mich wie aus dem Nichts…eigentlich verstand ich mich mit den beiden Jungs gut, dachte ich“.

„So ganz bist du also noch nicht drüber weg, oder?“

„Es ist nicht so, dass ich mich jede Nacht gräme und vor Sehnsucht kaum atmen kann, aber…“.

Er vollendet den Satz nicht, muss er auch nicht.

„Wirst du dich bei dem Jungen melden, damit ihr reden könnt?“

„Ja, natürlich…aber ich denke, es ist gut, dass ich ein paar Tage beim Wandern darüber nachdenken kann“.

„Und der Freund, mit dem du wanderst?“

„Ist ein ehemaliger Studienkollege, den ich im Tagungshotel am Frühstücksbuffet getroffen habe und der die Berge um Innsbruck herum abwandert. Alles klar?“

„Ok“.

„Schau, es ist drollig, dass du dich gleich zum Anwalt von Valentins Anliegen machst, von dem ich ja nicht mal weiß, was es ist, und ich höre mir natürlich an, was er mir sagen will, aber mehr kann ich dir nicht versprechen“.

„Ich bin ziemlich neugierig geworden, wie du dir denken kannst“.

„Kann ich“, lacht er, „was willste denn wissen?“

„Zum Beispiel, wie alt sie eigentlich ist, dass ihr Ex 52 ist, weiß ich schon“.

„Sie ist jünger als du, Alter“, lacht er, „…36“.

„Dann ist sie nur vier Jahre älter als du“.

„Ja, und wäre sie 10 Jahre älter, wäre das für mich auch kein Ding“.

„Ich weiß“, versichere ihm, „aber für ihren Ex scheint dein Alter ein Problem zu sein, aber das muss dich nicht interessieren“.

„Tut es auch nicht! Anne ist mit 20 von ihrem Ex schwanger geworden, er war Kurator des Museums, in dem sie neben dem Studium gejobbt hat “, fängt Sebastian an, ein bisschen mehr zu erzählen, „sie hat ihr Studium nach der Zwischenprüfung abgebrochen, weil dann ihr zweiter Sohn auf die Welt kam. Als die Jungs alt genug waren, und sie es wieder aufnahm, fingen scheinbar die Probleme an, sie erzählte mir mal, dass ihr Ex sehr kontrollierend wurde und ihr Fremdgehen unterstellte. Als sie dann mitkriegte, dass er was mit einer Kollegin am Laufen hatte, war’s das, aber sie vereinbarten, ihrer Söhne wegen zivil miteinander umzugehen. Die Jungs kennen den wahren Grund der Trennung auch nicht“.

„Ich glaube mittlerweile schon, zumindest Valentin, er hat etwas angedeutet und ich denke, das war auch der Auslöser dafür, dass er die Dinge in einem anderen Licht sieht“.

„Aha…wie gesagt, ich muss mir erst alles durch den Kopf gehen lassen – denn die Art, wie sie mit mir Schluss gemacht hat, war nicht in Ordnung!“

„Verstehe – nimm dir Zeit und wenn du beschließt, nicht auf sie zuzugehen, wird Valentin es verstehen, wenn du es ihm richtig erklärst“.

„Du magst ihn!“, lacht Sebastian.

„Ja, das hatte schon Größe, wie er da an der Tür stand und dich sprechen wollte! …Du, ich werde übrigens früher zurückfahren, bin einen Schritt weitergekommen“.

„Dank Herrn Andermanns…“.

„Ja“, gebe ich zu, „und ich habe ihn eingeladen mitzukommen und ein paar Tage Ferien am See zu machen“.

„Oh…so eine Spontanität kenne ich von dir ja gar nicht“.

„Ich auch nicht, aber sie fühlt sich gut an“.

„Und es läuft wirklich nichts zwischen euch? Ich mein, er ist putzig…“.

„Putzig?“

„Ja – mit seinem Grinsen und den unmöglichen Klamotten – ist er definitiv putzig!“

Ich stimme in sein Lachen ein: „Nein, es ist alles geklärt“.

„Also gab es was zu klären?“

„Neue Verhörtechniken gelernt?“

„Ich möchte nur, dass du mit dir ins Reine kommst und nichts anfängst, was du bereuen würdest“.

„Bin auf dem Weg dahin“.

„Und Birger?“

„Ich werde ihn bald anrufen, aber vielleicht hat er ja mittlerweile beschlossen, das mit uns zu lassen…“.

„Das glaubst du ja selbst nicht“.

„Eigentlich nicht, aber manchmal ändern sich die Dinge ganz schnell“.

„Simon, jetzt spinn nicht! Ich glaube, es war notwendig, dass du Birger klargemacht hast, dass ihr so nicht weitermachen könnt, aber er liebt dich, daran hab‘ ich keinen Zweifel. Lass ihn also nicht mehr allzu lange im Ungewissen…“.

„Weißt du irgendwas, was ich nicht weiß?“, frage ich misstrauisch.

„Eine Menge!“ lacht er. „...nee im Ernst, ich kenne ihn auch, vergiss das nicht. Darauf zu warten, wie du dich entscheidest, aber währenddessen nichts tun zu können, muss die Hölle für ihn sein“.

„Ich weiß noch nicht, wann ich ihn anrufe, auf jeden Fall, bevor ich nach Hause fahre – und ich weiß auch noch nicht, was genau ich ihm sagen werde, aber ich werde nicht mehr sehr lange damit warten“.

„Ok“.

„Liebe dich, Kleiner!“

„Gleichfalls, Großer!“

Und als ich später am Seeufer liege und die Augen schließe, fühle ich mich so entspannt wie seit langer Zeit nicht mehr.