8 I Ungebetene Wahrheiten
8 I Ungebetene Wahrheiten
Guten Abend zusammen,
der Titel sagt genug, denke ich.
Ich danke euch für eure anregenden Reviews und freue mich auf die nächsten.
Liebe Grüße
Philander
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Zwischenfarben
© philander
8 I Ungebetene Wahrheiten en
Am nächsten Morgen werde ich von einer gleißenden Flutwelle aus Licht geweckt, die den See in flüssiges Silber taucht. Der Anblick ist wunderschön, aber dennoch muss ich die Augen schließen, kneife sie zu und lasse mein Gesicht von der Sonne wärmen. Was für ein Aufwachen und was für ein schöner Tag gestern! Endlich haben Urs und ich ein paar Dinge auf den Tisch gelegt, die schon viel zu lange unverdaut zwischen uns standen. Wie so oft war reine Angst die Ursache des Schweigens – auf beiden Seiten. Die Initiative ging von Urs aus, obwohl er so gar nichts Investigatives an sich hat. Gestern hat er richtig nachgebohrt - allerdings auf seine Weise, fragend - nicht wertend. So wie er auch Birgers Eskapaden noch nie bewertet hat. Ich weiß ohnehin, was er über sie denkt – wenn ich sie nicht tolerieren kann oder will, dann sollte ich entsprechend handeln. Urs ist in solchen Dingen sehr klar. Warum ich sie in der Vergangenheit hingenommen habe, jedoch jetzt nicht mehr, wollte er wissen. Ist eine legitime Frage und der entscheidende Punkt – auch in meinen Überlegungen. Die Erklärung, die ich Urs gestern gab, stimmt – aber sie deckt nicht alles ab. Das spüre ich mehr als dass ich es momentan exakt in Worte fassen kann. Immer wieder fokussiert sich das Ganze auf die Sache mit Max. Durch sie ist etwas zwischen Birger und mir zerbrochen, vielleicht auch, weil ich zum ersten Mal tief in mir gefühlt habe, dass Birgers „Ausflüge“ nicht nur unsere Beziehung zerstören könnten, sondern ebenso andere. Wie die Entscheidung von Max‘ Freund bewiesen hat. Klar, Max‘ Affäre mit Birger war nicht der einzige Grund für seinen Freund, die Koffer zu packen, das sieht auch Max so. Dennoch...
„Max“ hat mir vor Augen geführt, dass auch Birger gehen könnte – nicht nur ich. Vielleicht trifft er ja einmal auf einen, der es ist für ihn. Ich meine, es hundertprozentig ist für ihn und nicht nur achtundneunzigprozentig – denn er kann weder sich noch mir weißmachen, dass ihm in unserer Beziehung nichts fehlt, wenn er sich immer wieder aushäusig sexuell sattessen oder sich was zwischendurch reinschieben muss. Wobei er ja eher derjenige ist, der reinschiebt.
Und schon wieder kreise ich um Birger! Mann! Ich liege hier auf dem Boot, hab‘ einen irreschönen Tag hinter und einen ebenso schönen vor mir und versaue ihn durch mein Kopfkino, bevor er überhaupt begonnen hat. Ich muss aufhören damit, alles und jedes in Bezug zu Birger zu setzen. Ansonsten komme ich aus diesem zermürbenden Zustand nicht raus und das macht krank. Meine Magenbeschwerden winken mir ja unermüdlich zu. Am Mittwochabend und gestern Abend konnte ich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder mit Appetit essen.
Ich strecke mich und hole den Traum her, der mich geweckt hat: Urs paddelte mit Birger in einem Einbaum auf irgendeinem breiten Fluss und Veit fungierte als Schlagmann. Okay, der Tagesrest ist schnell identifiziert, aber warum mein Traum-Ich Birger und Urs in ein Boot setzt, bedarf der eingehenderen Betrachtung – irgendwann, nicht jetzt! Fast gewaltsam dränge ich meine Gedanken an Birger beiseite und konzentriere mich auf den Tag, der vor mir liegt.
Apropos Urs und Veit - der Schlafsack neben mir ist leer. Darüber, wo die beiden abgeblieben sind, muss ich indessen nicht lange rätseln, da Veits aufgeregtes Bellen ihren Aufenthaltsort verrät. Der kleine Kerl paddelt, etwa 20 Meter vom Boot entfernt, aufgeregt im Kreis herum – zwei Sekunden später taucht Urs neben ihm wieder auf und fängt ihn mit einem Arm ein. Wenn Urs taucht, kickt Veits Beschützerinstinkt mit voller Wucht rein. Obwohl Urs das immer wieder mit ihm trainiert, kapiert er nicht, dass Urs nicht ertrinkt, wenn er taucht. Der arme Kerl! Ich schaue zu, wie Urs sich auf den Rücken dreht und Veits Hinterteil mit einem Arm an seine Brust gepresst festhält, während der ihm hingebungsvoll das Gesicht leckt. Muss man mögen, aber Urs lacht gutmütig und ist für einen Moment wieder der Junge von vor 25 Jahren, mit dem ich um die Wette tauchte. Und der gewann – immer.
„Komm rein, Alter!“, ruft er mir zu und ich lasse mir das nicht zweimal sagen. Das Wasser ist frisch, aber wärmer als noch vor wenigen Tagen.
Ich kraule auf sie zu und werde von Veit freudig mit einem Hundekuss empfangen. Für ihn gehör ich zum Rudel und er ist glücklich, wenn es zusammen ist. Als ich weiter rausschwimme, bellt er entsprechend missbilligend, aber nicht so aufgeregt wie bei Urs – eher unwillig. Also trete ich erstmal Wasser, um zu sehen, ob er sich beruhigt und als er weiter meckert, kehre ich um, ich muss den Kleinen nicht unnötig stressen. Allzu viel Zeit haben wir eh nicht mehr, wollen wir noch richtig raussegeln.
Wieder an Bord rubbelt Urs Veit sofort ab und wickelt ihn in eine leichte Decke, so lange, bis sich der Wusel daraus befreit und sich heftig schüttelt – wie zur Bekräftigung, dass er für sich selbst sorgen kann. Aber seit sein felliger Compagnon vor einem halben Jahr eine Nierenentzündung hatte, ist mein Freund vorsichtig. Und ich versteh ihn, ich möchte auch nicht, dass Veit was passiert.
Mittlerweile sind der See und die Menschen an seinen Ufern erwacht und wir legen schnell ab, um wenigstens ein bisschen zu entkommen. Natürlich ist es hier sonntags und noch dazu bei einem Traumwetter wie heute ziemlich bevölkert, aber so ist das eben, wir haben keine Exklusivrechte auf „unseren“ See. Trotzdem ist es am schönsten, wenn wir ihn fast für uns alleine haben – dieses Wesen, das seine Farbe wechselt wie ein Chamäleon, von Türkis, den Himmel spiegelndes Blau, winternebligem Grau bis zu diesem unglaublichen Silber, mit all seinen Schattierungen, die ich gar nicht beschreiben kann und die dem Auge manchmal richtig weh tun. Ich liebe sie dennoch.
„Stellst du wieder tiefsinnige Betrachtungen über den See an?“, unterbricht Urs meine Gedanken.
„Nee, bewundere nur seine abartig schönen Farben heute Morgen, ich weiß gar nicht, wie ich sie nennen soll – nicht hellblau, nicht türkis, nicht silbern – irgendwie undefinierbar“.
Ich atme tief durch. Versuche den Druck in meinem Magen wegzuatmen. Diesen Tag will ich wirklich unbelastet genießen und nicht über Undefinierbares nachgrübeln – auch wenn es sich um ein schönes Undefinierbares handelt . Wieder taucht Birger in meine Gedanken ein und ich fasse es nicht, dass ich ihn zu Hause besser ausblenden kann als hier auf dem Boot. Da schieb‘ ich die Gedanken an ihn vor die Tür und sie stellen sofort ein Bein dazwischen. Ich höre förmlich, wie meine Therapeutenstimme mein imaginiertes Patienten-Ich fragt: „Und wie interpretierst du das?“
…Ich kann ihn definitiv nicht loslassen… noch nicht jedenfalls
Ob er heute zu Hause oder unterwegs ist? Wir haben nicht darüber gesprochen, bevor ich aufgebrochen bin. Er sei da, wenn ich zurückkomme, hat er gesagt. Aber ist es wirklich so wichtig, dass er sein Versprechen hält? Obwohl ich mich das Gegenteil gerne glauben machen würde, um mir weiter einreden zu können, ich stünde drüber, weiß ich, dass ich enttäuscht sein werde, sollte er sein Versprechen vergessen haben. Letzte Woche hätte es mich weniger gebissen. Da war ich schon ziemlich im Absprungmodus.
„Du kannst nicht abschalten, hm?“ – mit hochgezogener Augenbraue nimmt Urs mich unter die Lupe, „dabei war eigentlich das das Ziel – das Rad in deinem Hirn für eine Weile anzuhalten“.
Ich lächle ihn etwas schwächlich an und warte, ob er noch etwas hinzufügt.
„Du kannst grübeln und grübeln, zehnmal alles hinterfragen – letztlich wirst Du eine Entscheidung treffen müssen, wie’s weitergeht, das ist dir klar, oder? Birger wird’s nicht tun“.
Dem Pfad, den Urs gerade einschlägt, kann ich nicht gleich folgen:
„Wie meinst du das?“
„Ich meine, letztlich musst du den ersten Schritt zu irgendeiner Veränderung tun. Birger hat immer gemacht, was du wolltest, das wird er auch diesmal“.
Ich wiederhole Urs‘ Aussage im Kopf, weil ich nicht sicher bin, ihre Tragweite richtig zu erfassen. Aber mein Gehör ist ja tadellos – er hat wirklich gesagt, dass Birger stets mache, was ich wolle.
Das kann er nicht tatsächlich ernst meinen – oder?
„Ich hab‘ den Eindruck, du unterstellst mir gerade etwas, was ich nicht einordnen kann“.
„Ich unterstelle dir nichts, ich sag‘ nur, was offensichtlich ist…Die Entscheidungshohheit ist in eurer Beziehung ganz klar bei dir angesiedelt. Überleg doch mal: Du wolltest eine Weile in Wien studieren, also ging Birger mit dir nach Wien, zu wolltest deinen Facharzt aber in Dresden machen, also folgte dir Birger zurück nach Dresden. Du wolltest zurück an den See – und Birger zog mit. Habt ihr das jeweils ausdiskutiert? Irgendwie glaube ich das nicht“.
„Er hätte ja nicht mitmüssen! Ich hab‘ ihn nicht gezwungen, verdammt!“
Mir gefällt die Richtung, die das Gespräch nimmt, nicht.
„Darum geht’s nicht. Natürlich hast du ihn nicht gezwungen – aber, wenn er nicht mitgewollt hätte, was dann? Wärst du geblieben? Oder wärst du dennoch gegangen. Ja, oder? Und wenn du ihm jetzt sagst, die Beziehung ist zu Ende, dann geht er, darauf könnte ich wetten, und wenn du beschließt, ihr macht weiter, dann bleibt er“.
„Das hört sich an, als tanze er nach meiner Pfeife!“
„Ich denke nur, wie bereits gesagt, dass er seine Entscheidungen an deinen ausrichtet – wenigstens wenn es um die großen Entscheidungen geht“.
„Okay, gestern wirfst du mir ‚Einfalt“ vor und heute Dominanz?“
„Ich sehe nur, dass du feststeckst, Simon. Seit Monaten. Versuch irgendwie, zu einer Entscheidung zu kommen, aber komm in Bewegung! Ich mach mir Sorgen. Andernfalls würde ich den Mund halten – aber sieh dich an: Du bist abgemagert, ständig übernächtigt. Hängst fest in labyrinthartigen Windungen in deinem Hirn. Dieser Schwebezustand – immer nah am Abgrund – der ist auch für Birger nicht gut“.
„Du stellst mich gerade ziemlich eigenartig dar…entschuldige, das irritiert mich!“, gebe ich zurück. Urs‘ Attacke – und als solche empfinde ich die Situation – trifft mich aus dem Hinterhalt und ich muss mich extrem zusammennehmen.
„Das tu‘ ich nicht, Simon. Aber manchmal bist du so auf etwas fokussiert, dass du nicht nach rechts und nicht nach links siehst. Ich meine das nicht als Vorwurf. Du merkst das, glaube ich, gar nicht“.
„Hört sich aber wie ein Vorwurf an und zwar wie ein ganz massiver“.
Urs schüttelt den Kopf, ich kann mich nicht entscheiden, ob er dabei geduldig oder genervt wirkt.
„Ich weiß, das kam ziemlich überraschend. Überleg‘ dir, ob du es einfach als Rat deines besten Freundes annehmen kannst…, dass nicht jeder automatisch weiß, was in deinem Kopf vorgeht und was dich zu welchen Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen bewegt. Du musst es laut sagen, damit man dich verstehen kann! Die meisten Menschen sind nämlich keine Gedankenleser“.
„Geht es hier eigentlich noch um Birger und mich oder um dich und mich?“
„Natürlich geht es um Birger und dich. Und schau mich nicht so an, als wolltest du mir an die Kehle! Wärst du mir nicht so wichtig, würde ich wirklich die Schnauze halten. Verstehst du? Glaub mir, ich hab‘ mir sehr lange überlegt, ob ich mich einmischen soll. Nur, wer soll dir so was denn sonst sagen, wenn nicht ich?“
Damit hat er Recht. Aber es fällt mir schwer, mich von ihm so angehen zu lassen.
„Ich weiß im Augenblick nicht, wie ich mit dem umgehen soll, was du mir servierst “.
„Lass es einfach sacken und gibt mir so viel Kredit, dass du darüber nachdenkst, ob nicht was dran ist“.
„Dass ich Birger meinen Willen aufzwinge – das ist heftig! Und das seh‘ ich auch nicht! Dass ich mit ihm reden muss, das weiß ich und dass ich mit dir damals nicht geredet habe, das tut mir wahnsinnig leid. …Ich weiß, ich muss was tun, aber das Richtige zu tun, ist verdammt schwer - gerade weil ich weiß, was die Folgen sein könnten! Verstehst du, ich will zwar aus der jetzigen Situation raus, hab‘ aber gleichzeitig Angst davor, dass alles in eine erdrutschartige Bewegung abdriftet und ich was in Gang setze, das eine solche Eigendynamik entwickelt, dass ich es nicht mehr in den Griff kriege“.
„Was ist denn das Schlimmste, was passieren könnte?“
„Dass wir uns trennen und die Trennung doch nicht richtig ist. Wir trennen uns – das ist so leicht gesagt. Ich weiß, dass es so wie jetzt nicht weitergehen kann, aber… “.
„Aber?“
„Aber…Scheiße!“
Ich reibe mein Gesicht und meine Augen, die verdächtig brennen, und weiß nicht, wie ich fortfahren soll.
„Aber was?“, fragt Urs leise.
„…noch vor wenigen Tagen hätte ich Birger am liebsten in den Wind geschossen. Aber als ich am Dienstagabend von dir zurückkam, da war er anders als sonst, verstört irgendwie. Und am nächsten Morgen war er so wahnsinnig zärtlich, kam mittags nach Hause und wir fuhren nach Zürich, hatten einen schönen Abend und er gestand mir, dass er Angst hat – Birger, der normalerweise nie zugibt, Angst zu haben!“
„Er liebt dich eben, Simon – sein Rumgebumse hin oder her - er liebt dich und will dich nicht verlieren, das zieh‘ ich nicht in Zweifel. Du bist verletzt und verunsichert, dennoch liebst du ihn auch noch, das macht’s so schwierig, aber so könnt ihr einfach nicht weitermachen“.
Stimmt das so ? Liebe ich Birger noch?
„Ein großer Teil von mir liebt ihn tatsächlich noch, aber ein anderer ist sich nicht mehr sicher. Es stimmt, seit Monaten analysiere ich alles von hinten bis vorne durch und wieder zurück – und komme immer wieder bei meinem Dilemma an: Ich kann weder die Sache mit Max einfach abhaken noch die 15 Jahre mit Birger einfach hinter mir lassen “.
„Das sollst du doch auch nicht, aber im Moment – und der Moment ist schon ziemlich lange – geht’s euch beiden nur noch beschissen“.
„Ich glaube, Birger hofft, dass die vergangenen drei Tage etwas zum Besseren bewirkt haben. Wir haben wieder miteinander geschlafen - nicht nur gefickt“.
„Na siehste – körperlich hat’s immer geklappt zwischen euch, da muss es doch auch auf verbaler Ebene Möglichkeiten geben“.
Ich weiche unwillkürlich zurück, als Urs unerwartet auf mich zukommt – auch wenn er in vielem Recht hat, fühlt sich sein aus heiterem Himmel auf mich herabgestürzter verbaler Regenguss immer noch an wie ein Hagelschauer. Damit habe ich nicht gerechnet, dass mein ruhiger, schweigsamer Freund plötzlich so abgeht.
„Kam vielleicht alles aggressiver rüber als gemeint“, sagt er leise und hält mir wie einem verschreckten Tier die Hand entgehen.
„Heute Abend legste die Karten auf den Tisch und dann schaut ihr beide drauf und tüftelt aus, wie es weitergehen soll. Und wenn’s klappt und ihr zusammenbleibt, will ich, dass Birger für mich ein Fünf-Gänge-Menü kocht. Und für Veit auch eines“.
Und obwohl er mich eben noch unvorbereitet ins eiskalte Wasser geschubst hat und ich zu vergessen schien, wie man schwimmt, kann ich ihm nicht böse sein, meinem Freund.
„Du hast mir gerade eine herbe Abreibung verpasst, weißte das? “
„War nicht als solche beabsichtigt…ich möchte nur, dass es dir endlich besser geht“.
An dem, was er gesagt hat, werde ich eine Weile zu knabbern haben. Mir ist ganz schlecht und ich schaue unsicher zu ihm hoch und versuche alles, damit meine Kehle sich wieder weitet und das Brennen hinter meinen Augen aufhört.
Und er schaut mich mit den blausten aller blauen Augen an – er kennt mich – so viel besser als ich ihn. Oh Mann! Und weil er mich kennt, weiß er scheinbar, was ich jetzt brauche, zieht mich einfach an sich und nimmt mich fest in seine Arme, drückt meinen Kopf an seinen kräftigen Hals und murmelt:
„Den Spiegel vorgehalten zu bekommen, tut wahnsinnig weh, ich weiß. Und ich hab’s auch nicht gern oder leichtfertig getan. Du musst keine Angst vor dem haben, was du darin siehst, Simon. Du bist kein Ignorant, nur manchmal haste diesen Tunnelblick. Und der passt eigentlich gar nicht zu deinem an und für sich schlauen, vielschichtigen Köpfchen, meinste nicht?“
Urs hielt mich schon immer für klüger als sich – und doch hat er uns beiden gerade das Gegenteil bewiesen. Ich drück‘ mich an ihn und fang nun doch noch an zu heulen und er hält mich einfach fest, bis Veit solidarisch zu winseln anfängt.
„Oh Mann, ihr seid so zwei!“, murmelt Urs und schubst Veit mit seinem Fuß sachte zwischen unsere Beine, so dass der Kleine sich nicht ausgeschlossen fühlt.